Zwischenbilanz zum Münchner Oktoberfest 2026

Oktoberfest-Halbzeitbilanz 2026: 3,8 Millionen Gäste auf der Wiesn

(27.9.2026) Die Hälfte der diesjährigen Wiesn ist vorbei und die Halbzeitbilanz kann sich sehen lassen: Rund 3,8 Millionen Gäste besuchten heuer das Oktoberfest schon, was nicht zuletzt am traumhaften Spätsommerwetter lag. Hier gibt es die wichtigsten Zahlen und Daten zur Wiesn 2026 – von Fundsachen über den Bierkonsum bis zu Rettungseinsätzen. Und auch ein neuer Wiesnhit kristallisiert sich bereits heraus.

Oktoberfest-Panorama
Michael Hofmann

Oktoberfest-Halbzeit 2026: Die wichtigsten Zahlen

  • Gäste: 3,8 Millionen
  • Bier: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Konsum leicht zurückgegangen
  • Speisen: Die großen Zelte melden gleichbleibenden Konsum wie im Vorjahr
  • Fundbüro: Bis Sonntag 800 Fundsachen
  • Krug-Klau: Rund 52.000 Maßkrüge bisher eingesammelt
  • Energie: Bisher 1.147.865 kWh Strom verbraucht
  • Sicherheit: Polizei und Aicher Ambulanz melden leicht gestiegene Einsatzzahlen
  • Müll: 38 Tonnen entsorgt 

Mehr Besucher als 2025 auf dem Oktoberfest

Michael Hofmann

Nach Schätzung der Festleitung kamen bis einschließlich Sonntag 3,8 Millionen Gäste (2025: 3,5 Millionen) auf die Theresienwiese. Die Besucherzahlen für die Oide Wiesn werden erst zur Schluss-Pressekonferenz vorliegen. Insgesamt war der Besucherstrom am ersten Wochenende etwas weniger intensiv als im Vorjahr, dafür kamen deutlich mehr Gäste unter der Woche (Montag bis einschließlich Donnerstag +18,5 Prozent). Dies zeigt, dass die Besucherlenkungs-Kampagne „How to Wiesn“, unter anderem mit dem Appell, die Wiesn unter der Woche zu besuchen, Erfolg gezeigt hat. Der Bierabsatz liegt zur Halbzeit etwas unter dem Vorjahresniveau.

Bierkonsum auf der Wiesn leicht zurückgegangen

Besucherinnen im Hacker Festzelt trinken Oktoberfestbier aus Maßkrügen
Exithamster

Der Verein der Münchner Brauereien meldet, dass der Konsum von Festbier leicht rückläufig (-1,4 Prozent) ist. Dagegen gab es beim Verbrauch von alkoholfreiem Bier eine Steigerung von 4,5 Prozent. Neu in diesem Jahr ist der Trend zum sauren Radler. Die teils sommerlichen Temperaturen verstärkten die Lust auf Weißbier (+15 Prozent). 
Die Sprecher der kleinen Wiesnzelte und großen Wiesnwirte berichten von einer sehr schönen Feierstimmung. Durch das schöne Wetter waren die Biergärten sehr gut besetzt, was wiederum dem Druck von den Zelten nahm. So mussten die Festzelte in der ersten Woche nur punktuell geschlossen werden. Von Montag bis Donnerstag gab es immer wieder freie Plätze in den Festzelten. So hatten die Gäste die Gelegenheit, von Zelt zu Zelt zu ziehen und zwischendurch auch eine Runde im Schaustellerbereich zu drehen.

Wird das der Wiesn-Hit 2026?

Für den Wiesn-Hit zeichnet sich in der ersten Woche eine kleine Prognose ab. Das Lied „Gute Laune“ vom Musik-Duo GroßstadtEngel scheint der Newcomer auf dem Oktoberfest.

Reel: Impressionen vom Platzkonzert 2026

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Weniger Fundsachen auf dem Oktoberfest 2026

Das Fundbüro meldet 40 Prozent weniger Fundsachen als im Vorjahr und zählte bis Freitag 800 Fundsachen (2025: 1.750), darunter

  • 300 Kleidungsstücke (-20 Prozent)
  • 335 Ausweise (+70 Prozent)
  • 160 Bankkarten (-25 Prozent)
  • 210 Geldbeutel (-15 Prozent)
  • 105 Schlüssel (+61 Prozent)
  • 75 Taschen, Rucksäcke, Beutel (+30 Prozent)
  • 135 Handys/ Smartphones (+20 Prozent)
  • 80 Brillen (-27 Prozent)
  • 45 Schmuckstücke (+50 Prozent)
  • 20 Hüte (-55 Prozent)
  • 1 Schirm (-95 Prozent)

Bisher konnten 260 Fundsachen an die Besitzer* ausgehändigt werden (2025: 330). Das kurioseste Fundstück bislang ist ein großer Bildband über Tibet.
Der Umzug ins Verkehrsmuseum vom Behördenhof verlief reibungslos. Es bildeten sich keine Schlangen vor dem Eingang.

Polizei: Sicherheitskonzept hat sich bewährt

Polizei auf der Wiesn.
Exithamster

Alle Sicherheitsbehörden loben die Besonnenheit der Gäste und sind sich einig, dass sich das optimierte Sicherheitskonzept bewährt hat. Die Kontrollen an den Eingängen werden problemlos akzeptiert. Der Einlass zur Oidn Wiesn wurde im Verlauf der ersten Festwoche optimiert.

Crowd Spotter
Die Kameras auf dem Gelände funktionieren stabil, ebenso wie KI-Technik. Personenansammlungen gab es nur an den Eingängen der Oidn Wiesn. Sie wurden durch entsprechende Durchsagen entzerrt.

Sicherheitsdienst
Die vom VESD betreuten Zelt- und Schaustellerbetriebe ziehen in diesem Jahr eine positive erste Zwischenbilanz. Besonders hervorzuheben ist die durchweg freundliche Haltung des einheimischen wie internationalen Publikums gegenüber des eingesetzten Sicherheitspersonals. Die Mitgliedsunternehmen berichten von einer sehr guten und konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und den Sicherheitsbehörden.

Polizei
Die Polizei ist mit dem bisherigen Verlauf des Oktoberfests sehr zufrieden. Schwerpunkt der 380 gemeldeten Delikte waren Verstöße gegen das Betäubungsmittel-Gesetz.

Sanitätsstation
Die Aicher Ambulanz meldet leicht erhöhte Patientenzahlen, bei gleichzeitig besserer Verteilung ohne Einsatzspitzenzeiten. Lobend wird die reibungslose Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und den Behörden erwähnt, die sich besonders bei den Einsätzen an den Fahrgeschäften „Hangover“ und „Predator“ bewährt hat.

Feuerwehr
Die Feuerwehr spricht von einer sehr ruhigen Wiesn mit weniger Einsätzen als in den Vorjahren.

Jugendschutz
Der Jugendschutz berichtet von einer ruhigen Woche. Beim Jugendschutz wurden deutlich weniger Kinderwagenverstöße (40) registriert (im Vorjahr 90) und acht Kinder (im Vorjahr 25) unter sechs nach der erlaubten Zeit in Wirtsgärten und Zelten angetroffen. Einige betrunkene Jugendliche wurden auf dem Festgelände angesprochen, ob Hilfebedarf besteht. Es waren aber alle in Begleitung und versorgt.

Krug-Klau
Rund 52.000 Maßkrüge wurden vom Ordnerpersonal bisher eingesammelt (2025: 59.000). Die Zahl der Diebstahl-Versuche bleibt mit 105.000 unter dem Vorjahresniveau (112.000).

Tadellose Hygiene bei Getränken und Lebensmitteln

Das Gesundheitsreferat meldet eine erfreuliche und störungsfreie erste Festwoche. Trinkwasserhygiene, Krugspülhygiene und Sauberkeit in den öffentlichen Bereichen sind nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau. Die Anzahl der optischen Kontrollen belief sich auf insgesamt rund 213 Einzelüberprüfungen. Die Beanstandungsquote lag mit rund zwölf Prozent erneut erfreulich niedrig auf dem Niveau der Vorjahre. Die Beanstandungsquote bei bereits gereinigten Trinkgefäßen lag bei 110 getätigten Proben bei null Prozent. Die bislang vorliegenden Befunde aus den Routineuntersuchungen des über die Trinkwasserbrunnen bereit gestellten Trinkwassers sind durchweg als hygienisch unbedenklich zu werten.

Hoher Standard bei Lebensmitteln

Die Lebensmittelüberwachung zieht eine positive Zwischenbilanz für das diesjährige Oktoberfest. Die Abnahmen der Küchen in allen Festzelten einschließlich der Oidn Wiesn erfolgten bereits zwei Tage vor Festbeginn und verliefen weitgehend problemlos. Das Team der Lebensmittelüberwachung kontrolliert in diesem Jahr insgesamt 396 Betriebe auf dem Festgelände. 
Die Lebensmittelbetriebe auf dem Oktoberfest weisen durchgehend einen hohen Hygienestandard auf. Vereinzelt festgestellte, geringfügige Mängel bei der Betriebs- und Produkthygiene oder den Eigenkontrollen wurden von den Betreiber*innen jeweils unverzüglich behoben.

Energie- und Wasserverbrauch: 100% Ökostrom

Ausblick von der Bavaria auf das Oktoberfest
Michael Hofmann

Wie 2025 wurde das Oktoberfest zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt werden. Die Anzahl der Kunden, die zusätzlich M-Ökostrom aktiv beziehen, hat sich auf dem hohen Niveau von etwa 65 Prozent gehalten. 

Bis einschließlich 25. September (sieben Tage) wurden auf der diesjährigen Wiesn 1.147.865 kWh verbraucht. Dies entspricht einen Rückgang von 3,71 Prozent im vergleichbaren Zeitraum von 2025. Das ist auf die deutlichen höheren Temperaturen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Der durchschnittliche Tagesverbrauch lag bei 163.981 kWh.

Der aktuelle Verbrauch an Erdgas nach sieben Tagen beträgt ca. 57.500 m³ Kochgas und 8 400m³ Heizgas. Der Erdgasverbrauch ist zum Vergleich von 2025 um ca.14 Prozent gesunken. 

Während der Aufbauphase vom Oktoberfest von Anfang Juli bis Anfang Wiesn sind ca. 18.000m³ Trinkwasser verbraucht worden. Der Wasserverbrauch in den ersten sieben Tagen der Wiesn lag bei ca. 34 700 Kubikmeter. Der Verbrauch ist fast identisch wie im Vorjahr.

Dieses Jahr sind zehn Trinkbrunnen an den WC-Anlagen in Betrieb. Der Verbrauch der Trinkbrunnen liegt nach sieben Tagen insgesamt bei 82,3 Kubikmeter und somit eine Steigerung um 24 Prozent zu 2025.

Reel: So leuchtet die Wiesn bei Nacht

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MVG und Deutsche Bahn

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Deutsche Bahn melden eine entspannte erste Woche ohne Kapazitätsengpässe. Viele Gäste reisten mit der S-Bahn an und kamen über den „Wiesn-Bahnhof“ Hackerbrücke oder den Hauptbahnhof auf das Festgelände. Bei der MVG ist die U-Bahnhaltestelle Theresienwiese war nach wie vor der mit Abstand am stärksten frequentierte An- und Abreisepunkt der Gäste zum Oktoberfest. Der Betrieb verlief angesichts des wie zum Oktoberfest üblich erweiterten Verkehrsangebots sowie des umfangreichen Personaleinsatzes ruhig und nahezu reibungslos.

Straßenreinigung: So viele Tonnen Müll wurden entsorgt

Die tägliche Reinigung des Festplatzes verlief für die Straßenreinigung bisher problemlos. Auch tagsüber konnten auf dem Festgelände ein Elektrofahrzeug und eine Kleinkehrmaschine eingesetzt werden, soweit die Besucherströme dies zuließen. Im Rahmen der gesamten Flächenreinigung der Feststraßen fielen in der ersten Festwoche bis einschließlich Freitag insgesamt circa 38 Tonnen Kehricht und Müllablagerungen an. Im Anschluss an das Festgelände wurde täglich das Straßenumfeld (bis Hauptbahnhof) gereinigt. Hier kamen etwa 24 Tonnen Müll zusammen.

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