Präventionsprojekt wirbt für Respekt und Zivilcourage auf dem Oktoberfest
Wiesn-Courage-Preis 2026: Wiesn-Bedienung Daria Aigner ausgezeichnet
Die 25-jährige Daria Aigner erhält den Wiesn-Courage-Preis 2026. Die Bedienung aus der Augustiner-Festhalle erkannte, dass ein bewusstloser Gast in Lebensgefahr war, und reanimierte ihn 15 Minuten lang per Herzdruckmassage, bis der Notarzt übernahm. Oberbürgermeister Dominik Krause überreichte ihr die Auszeichnung am 2. Oktober in der Käfer Wiesn-Schänke. Aigner nimmt den Preis für das gesamte Team an, das sie bei ihrem Einsatz unterstützte.
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Daria Aigner erhält den Wiesn-Courage-Preis 2026
An einem Dienstagnachmittag, kurz vor 14 Uhr, bemerkte die Ehefrau eines 78-jährigen Gasts am Haupteingang der Augustiner-Festhalle, dass mit ihrem Mann etwas nicht stimmte. Er war in seinem Rollstuhl bewusstlos geworden, ein Puls war nicht mehr zu spüren.
Daria Aigner erkannte sofort, wie ernst die Lage war. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Silja Engel hob die gelernte medizinische Fachangestellte den Mann aus dem Rollstuhl und legte ihn auf den Boden. Dann begann sie mit der Herzdruckmassage.
Ihre Kollegin Helena Morawietz setzte den Notruf ab. Darias Zwillingsschwester Frieda kümmerte sich um die Ehefrau. Schankkellner und Bedienungen hielten Tücher hoch, um die Szene vor den anderen Gästen abzuschirmen. Aigner machte 15 Minuten lang weiter, bis der Notarzt eintraf und übernahm.
„Das klingt nicht lang. Aber wenn man da kniet und drückt, fühlt es sich endlos an. Man wartet nur darauf, dass endlich der Notarzt kommt, und macht weiter. Aufhören kam für mich nicht infrage“, erinnert sie sich.
👉 Daria Aigner leistete einem bewusstlosen Gast an der Augustiner-Festhalle 15 Minuten lang Herzdruckmassage; ihre Kolleg*innen unterstützten den Einsatz.
Wiesn-Courage-Preis: Hinschauen und anderen helfen
Seit 2017 vergibt Condrobs den Wiesn-Courage-Preis stellvertretend für Menschen, die auf dem Oktoberfest hinschauen und anderen helfen. Er würdigt Zivilcourage und Engagement für ein friedliches Fest. Neben dem Hauptpreis sieht der Wettbewerb auch Ehrungen für den zweiten und dritten Platz vor.
Über die Auszeichnung 2026 entschied eine sechsköpfige Jury: die Schauspieler*innen Stefan Murr, Johanna Bittenbinder und Max von Thun sowie die Wiesnwirt*innen Silja Steinberg vom Hofbräu-Festzelt, Otto Lindinger von Bodos und Clarissa Käfer von der Käfer Wiesn-Schänke. Lindinger ist auch Sprecher der kleinen Wiesnwirte, die dem Verein einen
Wer eine entsprechende Situation erlebt oder miterlebt hatte, konnte die Geschichte bis zum 27. September einreichen. Die Bewerbungsfrist für 2026 ist beendet.
Frederik Kronthaler, geschäftsführender Vorstand von Condrobs, betont: „Wie ein Einsatz ausgeht, liegt oft nicht in der Hand der Helfenden. Dass sie helfen, schon. Mit dem Wiesn-Courage-Preis danken wir ausdrücklich auch allen anderen, die auf der Wiesn helfen, oft ohne, dass es jemand mitbekommt.“
WiesnGentleman* wirbt für Respekt auf dem Oktoberfest
„Respekt ist meine Stärke!“ lautet das Motto des Präventionsprojekts WiesnGentleman*, das für ein friedliches Feiern auf dem Münchner Oktoberfest wirbt. Besucher*innen sollen ermutigt werden, hinzuschauen und einzugreifen, wenn andere Wiesngäste in Not sind – und so zu einer sicheren Wiesn beitragen.
Zahlreiche Prominente unterstützen das Projekt: Hauptbotschafter ist der Schauspieler Stefan Murr. Außerdem engagieren sich unter anderem die Schauspieler*innen Markus Brandl, Johanna Bittenbinder und Max von Thun. Schirmherr der 13. Auflage ist Oberbürgermeister Dominik Krause.
Frederik Kronthaler, geschäftsführender Vorstand von Condrobs, über das Präventionsprojekt: „Wir wünschen uns alle eine friedliche Wiesn – gemeinsam mit allen Veranstalter*innen, der Polizei, den Rettungskräften und den Kolleg*innen der Sicheren Wiesn tragen wir unseren Teil dazu bei. Sie entsteht auch dort, wo Menschen aufeinander achten. Genau das wollen wir stärken. Wir appellieren an alle Wiesnbesucher*innen: Schaut hin, unterstützt, wo nötig und holt Hilfe, wenn sie gebraucht wird. Diese Aufmerksamkeit bestimmt oft, wie ein Abend weitergeht.“
Condrobs unterstützt Sicherheit auf der Wiesn
Während des Oktoberfests sind Mitarbeiter*innen von Condrobs am Esperantoplatz vor dem Festgelände anzutreffen. Im Gespräch sensibilisieren sie Besucher*innen für ein friedliches Miteinander. Die Zeiten:
- Unter der Woche: 15 bis 19 Uhr
- An Wochenenden: 13 bis 17 Uhr
Zusätzlich sind abends an den Wochenenden und vor dem Feiertag Streetworker*innen auf und um das Festgelände unterwegs. Sie beraten und helfen zum Beispiel beim Auffinden von Freund*innen oder greifen in schwierigen Situationen ein.
Allein 2025 führten die Mitarbeitenden über 20.000 Gespräche. 440-mal griff das Team konkret in schwierigen Situationen ein, 279 Menschen erhielten direkte Unterstützung.
Mehr Infos zum Projekt WiesnGentleman*
Alle Informationen zur Präventionskampagne unter:
https://www.condrobs.de/wiesngentleman/
www.instagram.com/wiesngentleman
Der überkonfessionelle Träger Condrobs e.V. engagiert sich seit über 50 Jahren in der Jugend- und Suchthilfe, der Prävention und weiteren sozialen Gebieten. Mehr als 1.000 Mitarbeiter*innen arbeiten in über 100 Einrichtungen.