S-Bahn: 2. Stammstrecke wird erst 2028 fertig

Zwei S-Bahnen treffen sich am Ostbahnhof, Foto: Deutsche Bahn / Uwe Miethe
Foto: Deutsche Bahn / Uwe Miethe

Fertigstellung der 2. Stammstrecke verzögert sich um 2 Jahre

(2.7.2019) Das Mega-Projekt 2. S-Bahn-Stammstrecke verzögert sich: Wie Ministerpräsident Söder heute bekanntgab, soll die neue Strecke nun erst 2028 fertig sein statt wie bislang geplant 2026. Der Grund: Der Freistaat will zunächst ein anderes wichtiges Verkehrsprojekt in München unterstützen.

Neue Planungen sollen mehr Kapazität bringen

Verlauf der zweiten S-Bahn-Stammstrecke durch München, Foto: Deutsche Bahn AG / Fritz Stoiber Productions GmbH
Foto: Deutsche Bahn AG / Fritz Stoiber Productions GmbH Der bisherige Streckenverlauf der 2. Stammstrecke

Die Planungen für die 2. S-Bahnstammstrecke haben sich geändert - daher verschiebt sich der Termin der Fertigstellung um zwei Jahre auf 2028. Das ist die Kernbotschaft der heutigen, hochkarätig besetzten Pressekonferenz in der Staatskanzlei, an der Ministerpräsident Markus Söder, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Oberbürgermeister Dieter Reiter und Bahn-Chef Richard Lutz teilnahmen.

Die Umplanungen sollen die Kapazität der 2. Stammstrecke um 25 Prozent erhöhen. So wird es etwa eine neue unterirdische Linienführung geben und der Bahnhof am Ostbahnhof soll größer werden als bislang geplant - er wird außerdem auf die andere Seite des Ostbahnhofs verlegt, weg vom Orleansplatz. Die Bahn will bis 2023 auch das dortige Stellwerk erneuern, um S-Bahnausfälle zu minimieren. Die Kosten des Baus sollen jedoch gleichbleiben, wie Söder erklärte. Bisher sind dafür rund 3,2 Milliarden Euro angesetzt.

Die Stammstrecke verläuft weitgehend unterirdisch durch die Münchner Innenstadt. Täglich fahren dort etwa 1000 Züge. Laut Bahn gibt es nirgendwo in Europa mehr Verkehr auf zwei Gleisen. Knapp eine Million Menschen nutzten die S-Bahn pro Werktag. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz, sagte, die Strecke platze "aus allen Nähten". Die neue Stammstrecke soll die alte ergänzen, den Verkehr entlasten und Ausfälle auch bei Störungen verhindern. Sie soll überwiegend in einem neuen Tunnel verlaufen.

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Freistaat unterstützt Bau der U9 in München

Ein weiterer wichtiger Grund für die Verzögerungen bei der 2. Stammstrecke ist, dass ein anderes Verkehrsthema in den Fokus gerückt ist. Die Staatsregierung will die geplante U-Bahnlinie U9 in München unterstützen. Diese soll vom Hauptbahnhof über das Museumsviertel nach Schwabing führen und so das bestehende U-Bahnnetz deutlich entlasten.Wie OB Reiter betonte, soll der Stadtrat im Oktober 400 Millionen Euro als Vorfinanzierung beschließen. Im gleichen Zug soll der Bau des ersten Vorhaltebahnhofs am Hauptbahnhof beschlossen werden. Wie es mit der U9 konkret weitergeht - mehr Infos

(muenchen.de/dpa)

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