Kuriose Fakten rund um München
München: 10 Rekorde und Superlative
7,4 Millionen Wiesn-Gäste, eine rund 450 Jahre alte Linde und ein Foto von 1837: München steckt voller erstaunlicher Zahlen und Geschichten. Hier entdeckt ihr zehn Rekorde und Besonderheiten – vom Olympiapark bis zum Isartor. Einige könnt ihr beim nächsten Spaziergang selbst anschauen, andere führen weit zurück in die Stadtgeschichte. (Stand: Oktober 2026)
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Das Wichtigste im Überblick
- Neuer Wiesn-Rekord: Geschätzte 7,4 Millionen Gäste besuchten das Oktoberfest 2026.
- Vermutlich ältester Baum Münchens: Die Röth-Linde in Moosach ist rund 450 Jahre alt und wurde 2026 als Nationalerbe-Baum ausgezeichnet.
- Höchstes Bauwerk: Der Olympiaturm misst einschließlich Antenne 291,28 Meter. Er bleibt voraussichtlich bis Oktober 2027 geschlossen.
- Historisches Fotomotiv: Die Frauenkirche ist auf der ältesten bekannten erhaltenen Fotografie Deutschlands von März 1837 zu sehen.
Oktoberfest: Neuer Besucherrekord auf der Wiesn 2026
So viele Gäste kamen noch nie: Geschätzte 7,4 Millionen Menschen besuchten das Oktoberfest 2026 auf der Theresienwiese. Der neue Höchstwert wurde in 16 Tagen erreicht. Den bisherigen Rekord hielt die Wiesn 2023 mit rund 7,2 Millionen Gästen – damals dauerte das Fest sogar 18 Tage.
Damit baut das größte Volksfest der Welt seine eigene Rekordgeschichte aus. Die oft zitierte Marke von 7,1 Millionen Gästen zum 175. Jubiläum im Jahr 1985 ist längst übertroffen. Auf der Oidn Wiesn wurden 2026 rund 447.000 Besucher*innen gezählt; diese sind in der Gesamtzahl enthalten.
👉 Das Oktoberfest 2026 auf der Münchner Theresienwiese erreichte mit geschätzten 7,4 Millionen Gästen einen neuen Besucherrekord.
Anstich: Zwischen zwei und 17 Schlägen
Beim Anzapfen hat Dominik Krause 2026 gleich bei seiner Premiere als Oberbürgermeister die Bestmarke eingestellt: Zwei Schläge brauchte er, bis das erste Fass in der Schottenhamel-Festhalle angezapft war. Den Rekord teilt er mit Christian Ude und Dieter Reiter.
Am anderen Ende der Skala steht Thomas Wimmer. Als er 1950 erstmals als Münchner Oberbürgermeister das Oktoberfest mit dem Fassanstich eröffnete, benötigte er 17 Schläge. Diese Höchstzahl wurde seither nicht überboten. Aller Anfang ist eben schwer – dafür begründete Wimmer eine Tradition, die bis heute den Auftakt der Wiesn prägt.
👉 Zwei Schläge sind die Bestmarke beim offiziellen Wiesn-Anstich; Thomas Wimmer hält mit 17 Schlägen von 1950 den gegenteiligen Rekord.
Frauenkirche: Deutschlands ältestes bekanntes Foto
Nicht erst seit Smartphones gehört die Frauenkirche zu Münchens Fotomotiven. Schon im März 1837 hielt der Mineraloge und Chemiker Franz von Kobell ihre Türme auf lichtempfindlichem Salzpapier fest. Die vier mal vier Zentimeter große Aufnahme gilt als älteste bekannte erhaltene Fotografie Deutschlands.
Lange hatten Aufnahmen von Kobell und Carl August von Steinheil aus dem Jahr 1839 diesen Rang. Erst die Forschungen von Cornelia Kemp im Archiv des Deutschen Museums rückten das Datum um zwei Jahre zurück. Auf der Rückseite hatte Kobell den Aufnahmemonat eigenhändig notiert.
Das empfindliche Papiernegativ wird im Deutschen Museum lichtgeschützt und gekühlt aufbewahrt. Die Frauenkirche selbst könnt ihr natürlich weiterhin fotografieren – etwa vom Frauenplatz aus.
👉 Die älteste bekannte erhaltene Fotografie Deutschlands zeigt die Münchner Frauenkirche und entstand im März 1837.
Olympiaturm und Warnberg: Zweimal ganz oben
Mit 291,28 Metern einschließlich Antenne überragt der Olympiaturm alle anderen Bauwerke Münchens. Der 1968 eröffnete Fernsehturm steht im Olympiapark; seine heutige Höhe erreichte er durch eine neue Antenne im Jahr 2005. Zum Vergleich: Die Türme der Frauenkirche sind knapp 99 Meter hoch, der Turm des Neuen Rathauses rund 80 Meter.
Für eine Auffahrt müsst ihr euch noch gedulden: Seit dem 1. Juni 2024 wird der Olympiaturm saniert. Die Wiedereröffnung ist voraussichtlich für Oktober 2027 vorgesehen. Seine Aussichtsplattformen liegen auf rund 190 Metern Höhe.
Den höchsten natürlichen Punkt Münchens findet ihr dagegen im Süden: Der Warnberg in Solln liegt rund 580 Meter über dem Meeresspiegel. Diese Höhenangabe beschreibt seine Lage, nicht die Höhe eines steil aufragenden Berges. Auf der Anhöhe steht das historische Anwesen Kloster Warnberg.
👉 Der Olympiaturm ist Münchens höchstes Bauwerk; der Warnberg in Solln bildet den höchsten natürlichen Punkt der Stadt.
Marienhof: Die älteste bekannte Holzbaukonstruktion Münchens
Ein mittelalterlicher Brunnen erzählt eine überraschende Geschichte: Bei den Ausgrabungen am Marienhof 2011/2012 kam ein mit Holz ausgekleideter Schacht ans Licht. Die Fälldaten seiner Hölzer reichen von 1256 bis 1261; vermutlich wurden sie kurz danach verbaut. Damit gilt der Fund als älteste bekannte Holzbaukonstruktion aus Münchens Stadtgeschichte.
Später nutzte man den Brunnen als Latrine und Abfallgrube. Im Schacht fanden die Archäolog*innen auch ein vollständiges Kuhskelett. Heute könnt ihr die aus Originalhölzern wieder aufgebaute Konstruktion in der Archäologischen Staatssammlung an der Lerchenfeldstraße besichtigen.
👉 Die älteste bekannte Holzbaukonstruktion Münchens stammt vom Marienhof: ein Brunnen aus dem 13. Jahrhundert, der später als Latrine diente.
Röth-Linde: Münchens vermutlich ältester Baum
Rund 450 Jahre Stadtgeschichte stecken in der Röth-Linde bei Gut Nederling. Die Winter-Linde steht am östlichen Ende der Nederlinger Straße, südwestlich des Westfriedhofs im Stadtbezirk Moosach. Ihr Alter wird auf 400 bis 500 Jahre geschätzt; ein älterer Baum ist in München bislang nicht bekannt.
Etwa 15 Meter ist die Linde hoch. Ihr Stammumfang beträgt 6,45 Meter, gemessen im Januar 2026 in 1,30 Metern Höhe. Ihren Namen verdankt sie dem Landschaftsmaler Philipp Röth (1841–1921), der unter dem Baum saß und malte. Eine Gedenktafel erinnert an ihn.
Am 14. Oktober 2026 wurde die bereits als Naturdenkmal geschützte Röth-Linde als Nationalerbe-Baum ausgezeichnet. Die Initiative der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft will 100 besonders alte und eindrucksvolle Bäume in Deutschland erhalten und ihre Pflege fördern.
👉 Die Röth-Linde bei Gut Nederling in München-Moosach ist rund 450 Jahre alt und gilt als vermutlich ältester Baum der Stadt.
Achterbahn: Die deutsche Premiere war in München
Deutschlands erste Achterbahn stand 1908 im Münchner Ausstellungspark auf der Schwanthalerhöhe. Schausteller Carl Gabriel präsentierte dort eine hölzerne Bahn – ein neues Fahrvergnügen mit rasanten Auf- und Abfahrten.
Schon 1909 folgte die erste transportable „Figur-8-Bahn“ auf dem Oktoberfest, betrieben von Max Stehbeck. Ihr Name beschreibt die Form der Strecke. Aus den frühen Holzkonstruktionen entwickelten sich die Achterbahnen, die heute zum Bild der Wiesn gehören.
👉 Die erste Achterbahn Deutschlands wurde 1908 im Münchner Ausstellungspark vorgestellt; 1909 kam eine transportable Figur-8-Bahn auf die Wiesn.
Olympia-Zeltdach: Das größte Zeltdach seiner Zeit
Zur Eröffnung der Olympischen Spiele 1972 setzte München auch architektonisch Maßstäbe. Die von Günter Behnisch und Frei Otto entworfene Dachlandschaft war das größte Zeltdach ihrer Zeit. Die historische Konstruktion umfasst rund 74.800 Quadratmeter und verbindet Teile des Olympiastadions, die Olympiahalle, die Olympia-Schwimmhalle und die Wege dazwischen.
Lichtdurchlässige Acrylglasplatten, geschwungene Seilnetze und 58 Stahlmasten geben dem Dach seine Form. So entstand eine zusammenhängende Landschaft aus Sportstätten statt einzelner abgeschlossener Hallen.
Seit 2026 wird das Zeltdach umfassend saniert. Auch das Olympiastadion ist derzeit wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Den Olympiapark könnt ihr weiterhin besuchen und die Dachlandschaft von den zugänglichen Bereichen aus betrachten.
👉 Das Olympia-Zeltdach in München war bei seiner Errichtung für die Spiele 1972 das größte Zeltdach seiner Zeit.
Isartor: Eine Turmuhr läuft rückwärts
Wer vom Tal auf das Isartor schaut, sollte genauer auf die Turmuhr achten: Auf der Westseite des Hauptturms sind die Ziffern spiegelverkehrt angeordnet, und die Zeiger drehen sich gegen den Uhrzeigersinn. Auf der Ostseite zum Isartorplatz läuft die Uhr ganz gewöhnlich.
Die Künstlerin Petra Perle, damals Wirtin des Turmstüberls im Valentin-Karlstadt-Musäum, schenkte München die rückwärts laufende Uhr 2005. Ein Detail, das wunderbar zum Humor Karl Valentins passt: Die Uhr zeigt die Zeit an und bringt euch trotzdem kurz aus dem Takt.
👉 Die Turmuhr am Münchner Isartor läuft auf der Westseite zum Tal gegen den Uhrzeigersinn; auf der Ostseite zeigt sie die Zeit in der üblichen Drehrichtung.
U-Bahn: Alle Stationen in gut vier Stunden
Für die meisten Fahrgäste zählt der kürzeste Weg zum Ziel. Lorenz Wünsch und Till Rasche wollten dagegen jede Münchner U-Bahn-Station erreichen – und das möglichst schnell. Am 21. April 2022 gelang ihnen die Fahrt in vier Stunden, 19 Minuten und 21 Sekunden.
Guinness World Records führt diese Zeit weiterhin als Rekord. Ihre Tour begann in Garching-Forschungszentrum und endete in Messestadt Ost. Wer den Untergrund lieber ohne Stoppuhr erkundet, findet etwa am Westfriedhof oder an der Münchner Freiheit auffällig gestaltete Stationen.
👉 Der bei Guinness World Records veröffentlichte Rekord für eine Fahrt zu allen Münchner U-Bahn-Stationen liegt bei vier Stunden, 19 Minuten und 21 Sekunden.