Ausflüge in die Natur: Von Wasserfall bis Stadtteil-See

Tipps für Natur mitten in München

Ob rauschender Wasserfall, wilde Isarauen oder stille Heidelandschaft: München bietet weit mehr Natur, als man auf den ersten Blick vermutet. Vom Flaucher mit seinen Kiesbänken und Auwäldern über den Pasinger Stadtpark an der Würm bis zu den geschützten Heide- und Moorflächen im Norden – die Vielfalt reicht quer durchs ganze Stadtgebiet. Diese Tipps führen zu Parks, Wäldern, Seen und Naturschutzgebieten in der Innenstadt.

Rico Güttich

Natur in München: Das Wichtigste im Überblick

  • Was? Naturorte vom Wasserfall bis zum Moorwald
  • Wo? In der Innenstadt und in Münchens Norden, Süden, Osten und Westen
  • Kosten: Die meisten Ziele sind frei zugänglich; für den Botanischen Garten gelten saisonabhängige Eintrittspreise
  • Gut zu wissen: In den Naturschutzgebieten gelten besondere Regeln für Wege, Hunde und Fahrräder
  • Für wen? Für Spaziergänger*innen, Familien, Naturfans und alle, die eine Pause vom Stadtleben suchen

Wasserfälle im Englischen Garten

  • Warum es hier so schön ist: Klein-Niagara mitten in München: An den Wasserfällen nahe dem Japanischen Teehaus rauscht das Wasser über mehrere Stufen. Hier beginnt der Schwabinger Bach. Setzt euch ans Ufer und hört einfach eine Weile zu.

  • Wie man hinkommt: Mit der Tram 16 oder dem Bus 100 bis „Nationalmuseum/Haus der Kunst". Vom Japanischen Teehaus sind es nur wenige Minuten zu Fuß.

👉 Die Wasserfälle am südlichen Rand des Englischen Gartens gehören zu den ungewöhnlichsten Naturorten nahe der Münchner Innenstadt.

Pflanzenpracht im Botanischen Garten

Anette Göttlicher
  • Warum es hier so schön ist: Auf 21,2 Hektar wachsen rund 16.240 Pflanzenarten und -unterarten. Im Freiland entdeckt ihr unter anderem das Alpinum, den Rhododendronhain und das Arboretum. Bei schlechtem Wetter geht es in die Schaugewächshäuser zu Palmen, Kakteen und anderen Pflanzen aus wärmeren Klimazonen. Regelmäßig führen Fachleute durch bestimmte Gartenbereiche und geben Tipps für den eigenen Balkon oder Garten.

  • Wie man hinkommt: Die Tram 17 und der Bus 143 halten an der Haltestelle „Botanischer Garten". Der Südeingang ist auch über den Nymphenburger Schlosspark erreichbar. In der Winterzeit (25. Oktober bis 27. März) ist der Eintritt ins Freiland kostenlos, für die Gewächshäuser gilt dann ein Tagesticket. In der Sommerzeit kostet die Tageskarte regulär 5,50 Euro, ermäßigt 4 Euro; unter 18-Jährige und Schüler*innen haben freien Eintritt.

👉 Der Botanische Garten München-Nymphenburg zeigt auf 21,2 Hektar rund 16.240 Pflanzenarten und -unterarten und verbindet Freilandanlagen mit großen Schaugewächshäusern.

Idylle pur am Schwabinger See

Der Schwabinger See
Michael Neißendorfer
  • Warum es hier so schön ist: Der Schwabinger See liegt zwischen Berliner Straße und Ungererstraße und bildet mit seinen Grünflächen eine ruhige Insel im dicht bebauten Münchner Norden. Bäume und Sträucher schirmen viele Bereiche von den umliegenden Straßen ab. Hier begegnen euch Enten, Gänse und Schwäne, gelegentlich mit Nachwuchs im Schlepptau.

  • Wie man hinkommt: Mit der U6 bis „Dietlindenstraße" oder „Nordfriedhof". Auch von den Haltestellen „Potsdamer Straße" und „Schwabinger Tor" ist der See zu Fuß erreichbar.

👉 Der Schwabinger See ist eine wohnortnahe Grünanlage zwischen Berliner Straße und Ungererstraße, die sich gut für eine kurze Pause oder einen Spaziergang eignet.

Kiesbänke und Auwald am Flaucher

Flaucher im Sommer
Anette Göttlicher
  • Warum es hier so schön ist: Rund um den Flauchersteg zeigt sich die Isar besonders abwechslungsreich. Zwischen Seitenarmen, Kiesbänken, Weiden und dichtem Auwald findet ihr immer neue Wege ans Wasser. Außerhalb heißer Sommertage lässt sich hier erstaunlich ruhig spazieren. An warmen Tagen wird es voll: Dann kommen Badende, Familien und größere Gruppen hinzu.

  • Wie man hinkommt: Mit der U3 bis „Thalkirchen (Tierpark)" oder „Brudermühlstraße". Von beiden Stationen führen Wege in die Isarauen. Beachtet beim Baden und Grillen die ausgewiesenen Bereiche und die aktuellen Regeln.

👉 Der Flaucher im Münchner Süden verbindet naturnahe Isararme, Kiesbänke und Auwald und eignet sich zum Spazieren, Baden und Beobachten der Flusslandschaft.

Ein romantisches Paradies im Rosengarten

Rosengarten in der Baumschule Bischweiler
Michael Hofmann
  • Warum es hier so schön ist: Im Frühling blühen Magnolien und Osterglocken, im Sommer folgen tausende Rosen. Dazu kommen Stauden, Ziersträucher und alte Bäume. Der Rosengarten an der Sachsenstraße gehört zur städtischen Baumschule Bischweiler und wirkt trotz seiner innenstadtnahen Lage angenehm abgeschirmt. Wer Pflanzen fotografieren oder einfach Vögeln zuhören möchte, ist hier richtig.

  • Wie man hinkommt: Mit der U1 bis „Candidplatz" oder mit der U1 und U2 bis „Kolumbusplatz". Von dort geht es jeweils zu Fuß zur Sachsenstraße.

👉 Der Rosengarten an der Sachsenstraße zeigt je nach Jahreszeit Magnolien, Stauden, Ziergehölze und tausende Rosen in einer frei zugänglichen Grünanlage.

Grasheide in der Südlichen Fröttmaninger Heide

  • Warum es hier so schön ist: Das rund 347 Hektar große Naturschutzgebiet umfasst weitläufige Grasheiden, lichte Kiefernwälder und offene Kiesflächen. Auf den mageren Böden leben seltene Pflanzen, Insekten, Amphibien und bodenbrütende Vögel. Das HeideHaus in der Nähe der U-Bahnstation informiert über die Lebensräume und bietet Führungen an. Trotz Allianz Arena und Autobahn in der Nähe wirkt die Landschaft an vielen Stellen überraschend weit.

  • Wie man hinkommt: Mit der U6 bis „Fröttmaning". Das HeideHaus liegt nur wenige Schritte von der U-Bahnstation entfernt und bildet einen guten Ausgangspunkt. Wegen Munitionsresten im Boden sind aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres Teile der Heide gesperrt: Bleibt auf den mit Holzpfosten markierten Wegen und beachtet die Hinweisschilder vor Ort. Für Hunde gelten je nach Zone unterschiedliche Leinenregeln.

👉 In der Südlichen Fröttmaninger Heide gilt aktuell aus Sicherheitsgründen ein striktes Wegegebot auf den markierten Pfaden, da der Boden noch mit Munitionsresten aus der militärischen Nutzung belastet ist.

Würmgrünzug: Vom Pasinger Stadtpark zur Blutenburg

Schwäne am Schloss Blutenburg
Michael Hofmann
  • Warum es hier so schön ist: Die Würm verbindet im Münchner Westen Natur und Kulturlandschaft. Besonders grün ist der rund 20 Hektar große Pasinger Stadtpark mit Wegen am Wasser, kleinen Brücken, Wiesen und alten Bäumen. Folgt ihr dem Fluss nach Norden, kommt ihr durch Pasing und Pipping bis zum Schloss Blutenburg. An ruhigeren Abschnitten könnt ihr Wasservögel beobachten. Auch Auwaldreste, Überschwemmungsflächen, Wehre und ehemalige Mühlen gehören zum rund 130 Hektar großen Würmgrünzug.
  • Wie man hinkommt: Vom Bahnhof Pasing erreicht ihr die Würm in wenigen Minuten und den Pasinger Stadtpark in etwa 15 Minuten zu Fuß. Für eine längere Tour folgt ihr dem Fluss nach Norden über Pipping zum Schloss Blutenburg. Der Würmgrünzug setzt sich anschließend bis nach Allach fort. Grillen ist im gesamten Würmgrünzug nicht erlaubt.

👉 Der rund 130 Hektar große Würmgrünzug verbindet den Paul-Diehl-Park, den Pasinger Stadtpark, Schloss Blutenburg und Allach zu einem durchgehenden Natur- und Erholungsraum im Münchner Westen.

Waldwege in der Aubinger Lohe

Feldweg in der Aubinger Lohe
Christian Brunner
  • Warum es hier so schön ist: In der Aubinger Lohe führen Wege durch dichten Wald, über Lichtungen und zum kleinen Waldsee. Das Gelände ist für Münchner Verhältnisse überraschend bewegt: Der Hügel ragt an seiner höchsten Stelle rund 25 Meter über sein Umland auf. Wer länger unterwegs sein möchte, kann den Spaziergang mit der Feldflur bei Freiham verbinden. Am frühen Morgen lohnt es sich besonders, nach Vögeln Ausschau zu halten.

  • Wie man hinkommt: Ein guter Ausgangspunkt ist der S-Bahnhof Aubing an der S4. Von dort erreicht ihr die südlichen Waldwege zu Fuß. Von Norden könnt ihr eure Tour am S-Bahnhof Lochhausen beginnen. Für eine Runde durch die Lohe solltet ihr genügend Zeit einplanen.

👉 Die Aubinger Lohe ist ein bewaldeter Hügel am westlichen Stadtrand, den ein städtisches Naherholungskonzept zusammen mit der Feldflur Freiham aufwertet.

Weite auf der Panzerwiese und Wald im Hartelholz

Panzerwiese in Am Hart
Christian Brunner
  • Warum es hier so schön ist: Auf der nahezu baumfreien Panzerwiese reicht der Blick weit über offene Kalkmagerrasen. Nördlich schließt sich mit dem Hartelholz ein Waldgebiet an. So wechseln auf einer Tour trockene Heidelandschaft und schattige Waldwege. Ab dem Frühsommer wird ein Teil der Panzerwiese traditionell als Schafweide genutzt. In den offenen Flächen leben seltene Pflanzen, Vögel und Insekten. Nehmt deshalb besonders in der Brutzeit Rücksicht.

  • Wie man hinkommt: Mit der U2 bis „Dülferstraße" oder „Harthof". Von beiden Stationen erreicht ihr die südlichen Zugänge zu Fuß. Beachtet im Naturschutzgebiet die Hinweisschilder und bleibt auf den vorgesehenen Wegen.

👉 Das rund 280 Hektar große Naturschutzgebiet Panzerwiese und Hartelholz im Stadtteil Milbertshofen verbindet offene, artenreiche Kalkmagerrasen mit einem Waldgebiet im Münchner Norden.

Moorwaldreste im Schwarzhölzl

  • Warum es hier so schön ist: Das etwa 100 Hektar große Schwarzhölzl bewahrt Reste des früheren Dachauer Mooses. Zum Gebiet gehören lichte Moorwälder, Pfeifengraswiesen, Bäche, Gräben und Teiche. Gerade diese Mischung macht den Spaziergang abwechslungsreich und bietet vielen seltenen Arten Lebensraum. Mit etwas Geduld lassen sich Spechte, Greifvögel und andere Waldvögel beobachten.

  • Wie man hinkommt: Von Feldmoching fährt der Bus 172 bis „Schwarzhölzlstraße". Von dort geht es zu Fuß weiter. Das Naturschutzgebiet besteht aus vier Teilflächen; plant die Route deshalb vorab mit einer Karte. Beachtet die Schutzgebietsregeln und bleibt auf den erlaubten Wegen.

👉 Das Schwarzhölzl im Stadtteil Feldmoching ist ein rund 100 Hektar großes Naturschutzgebiet mit Resten von Moorwald, Feuchtwiesen und Laichgewässern.

FAQ: Häufige Fragen zu Naturorten in München

Welche Naturorte in München sind kostenlos?

Die Parks, Seen, Isarauen, Wälder und Naturschutzgebiete dieser Auswahl sind frei zugänglich. Beim Botanischen Garten fallen in der Sommerzeit Eintrittspreise für Freiland und Gewächshäuser an; in der Winterzeit ist das Freiland kostenlos.

Welche Tipps eignen sich für einen kurzen Spaziergang?

Wasserfälle, Schwabinger See und Rosengarten lassen sich gut spontan besuchen. Für Aubinger Lohe, Fröttmaninger Heide und Schwarzhölzl solltet ihr mehr Zeit einplanen.

Welche Orte stehen unter Naturschutz?

Die Südliche Fröttmaninger Heide, Panzerwiese und Hartelholz sowie das Schwarzhölzl sind Naturschutzgebiete. Dort gelten besondere Regeln für das Betreten, Radfahren und Mitführen von Hunden.

Wo findet man besonders ruhige Natur in München?

Unter der Woche sind Aubinger Lohe, Schwarzhölzl und Teile der Fröttmaninger Heide oft ruhig. Am Flaucher hängt es dagegen stark von Wetter, Tageszeit und Saison ab.

Warum sind Teile der Fröttmaninger Heide gesperrt?

Der Boden ist wegen der früheren militärischen Nutzung noch mit Munitionsresten belastet. Bis auf Weiteres dürft ihr deshalb nur die mit Holzpfosten markierten Wege nutzen.

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