Lenbachhaus: Entdeckt die berühmte Sammlung des Blauen Reiter

Lenbachhaus München: Infos zur städtischen Galerie, Ausstellungen und Kunstbau

Das Lenbachhaus ist berühmt für die weltweit größte Sammlung der Gruppe des Blauen Reiter um Franz Marc. Es gibt aber noch viele weitere Gemälde zu entdecken.

Adresse und Öffnungszeiten

Luisenstr. 33 , 80333 München

Lenbachvilla im toskanischen Stil
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau

Abends ins Lenbachhaus: Längere Öffnungszeiten am Donnerstag

Ideal für einen Museumsbesuch nach Feierabend: Immer donnerstags könnt ihr die Turner-Ausstellung sowie alle weiteren Ausstellungen im bis 20 Uhr besuchen.

Warum lohnt sich ein Besuch im Lenbachhaus?

Das Lenbachhaus von außen
F. Holzherr, © Städt. Galerie im Lenbachhaus & Kunstbau
Schon von Außen ist das Lenbachhaus ein Blickfang: Eine historische Künstlervilla mit modernem Anbau

Die weltweite größte Sammlung des Blauen Reiter ist ein Muss für Touristen und Einheimische!

Was ist geboten? Das Lenbachhaus präsentiert die Münchner Kunst des 19. Jahrhunderts, des Blauen Reiter und der Neuen Sachlichkeit, sowie der internationalen Gegenwartskunst. Viele weltberühmte Originale wie “Das blaue Pferd” von Franz Marc oder “Das türkische Café” von August Macke sind hier zu sehen. Hinzu kommen wechselnde Sonderausstellungen zu internationalen zeitgenössischen Künstler*innen und Klassikern aus der Sammlung sowie vielfältige Führungs- und Workshopformate für Kinder, Erwachsene, und Senior*innen.

Was ist das Besondere? Auch die Architektur des Museums ist ein Highlight: Die 1887 im toskanischen Stil von Gabriel von Seidl errichtete Künstlervilla wurde 2013 durch einen modernen kubischen Anbau vom englischen Architekturbüro Foster&Partners erweitert. Entspannt Kunstpause machen könnt ihr auf der Terrasse des Museumscafés ELLA sowie im wunderschönen historischen Garten, der während der Öffnungszeiten frei zugänglich ist. Donnerstags hat das Lenbachhaus sogar bis 20 Uhr geöffnet.

Lenbachhaus: Die wichtigsten Infos auf einen Blick

  • Lage: Im Kunstareal am Königsplatz
  • Museums-Kategorie: Kunst
  • Empfohlene Aufenthaltsdauer: Ca. 1,5 Stunden
  • Abendöffnung "free & easy": Jeden 1. Donnerstag im Monat von 18 bis 22 Uhr ist der Eintritt frei.
  • Kinderprogramm: der von Kindern für Kinder entwickelte Audioguide, Führungen und Workshops für klein und groß, Workshops (auf Anfrage auch für Schulklassen), Platz zum Rennen und Picknicken im Garten
  • Anfahrt: U2/U8 oder Bus 100 bis Königsplatz, U1/U7 bis Stiglmaierplatz),Tram 27 bis Karolinenplatz
  • Parken: Einige Parkhäuser in der Nähe

Das Ausstellungs-Highlight im Lenbachhaus: Der Blaue Reiter

Bild aus der Sammlung des Blauen Reiter um Franz Marc
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Das Lenbachhaus ist berühmt für die weltweit größte Sammlung des Blauen Reiter um Franz Marc

Der Blaue Reiter ist das Synonym für eine Künstlergruppe der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die von Wassily Kandinsky und Franz Marc begründete wurde. Das Lenbachhaus beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Gemälde. Zentrale Werke dieser beiden Künstlerpersönlichkeiten gehören dabei ebenso zur Ausstellung wie weltberühmte Gemälde von August Macke, Paul Klee, Alexej Jawlensky und Gabriele Münter.

Letzterer ist die Ausstellung zu verdanken: 1957, zu ihrem 80. Geburtstag, überließ sie dem Lenbachhaus 1000 Exponate, darunter 25 eigene Gemälde, 90 Ölbilder ihres Mannes Kandinsky, etwa 330 seiner Aquarelle und Zeichnungen, seine Skizzenbücher, Hinterglasbilder und Druckgrafiken sowie zahlreiche weitere Werke bedeutender Künstler*innen der Gruppe. Diese Highlights müsst ihr sehen:

  • Das "Blaue Pferd I" von Franz Marc: Das Bild des blauen und kraftvollen Fohlens ist mit seiner eindringlichen Symbolkraft zu einem der bekanntesten Gemälde des Blauen Reiter geworden. Das Bildganze wird dabei beherrscht durch komplementäre Kontraste: von Zinnoberrot und Grün unten über Karminrot und Gelb zu Violett, Blau und Orange.
  • Wassily Kandinskys "Reitendes Paar": Ein Frühwerk Wassily Kandinskys, das mit seinem märchenhaften Szenario eine poetische Bilderwelt kreiert: geheimnisvoll und surreal.
  • "Das Russen Haus" von Gabriele Münter: Ein Bildnis des eigenen Wohnhauses aus den gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Kandinsky verbrachten Jahren in Murnau. Den Namen "Russen-Haus" hatten die Dorfbewohner ihrem Anwesen gegeben, weil dort mit Kandinsky ein "Fremdling" eingezogen war.
  • Paul Klees "Rosengarten": Das bedeutendste Werk einer Reihe von Werken, in denen Klee um 1920 gewachsene und gebaute Strukturen zu einem rhythmischen Bildganzen verschmelzen ließ.

Zeitgenössische Kunst und weitere Sammlungsschwerpunkte

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau

Ein weiterer Sammlungsschwerpunkt sind wesentliche Tendenzen des internationalen zeitgenössischen Kunstgeschehens. Die Basis schuf der Erwerb von Joseph Beuys "Zeige deine Wunde" in den 1980er-Jahren. Heute umfasst die Sammlung eine Vielzahl an Plastiken und Installationen aus unterschiedlichen Schaffensperioden. Vertreten sind unter anderem Arbeiten von Gerhard Richter, Sigmar Polke, Anselm Kiefer, Andy Warhol, Dan Flavin, Jeff Wall, Katharina Sieverding, Christian Boltanski, Lucio Fontana, Michelangelo Pistoletto, Arnulf Rainer, Andreas Hofer, Isa Genzken oder Olafur Eliasson.

Darüber hinaus erwarten euch hier noch drei weitere Dauerausstellungen:

  • Die Sammlung "19. Jahrhundert" behandelt den ursprünglichen Schwerpunkt des Lenbachhauses. In den ersten Jahrzehnten sammelte und zeigte die Galerie hauptsächlich Werke der Münchner Malerei aus dem 19. Jahrhundert und deutsche Kunst des frühen 20. Jahrhunderts.
  • Die Ausstellung "Neue Sachlichkeit" beschäftigt sich mit der Kunst nach dem Ersten Weltkrieg. In Abgrenzung zum vorangegangenen Expressionismus brachten die Künstler der 1920er und 1930er Jahre ihre Tendenz der nüchtern-realistischen Wiedergabe der Wirklichkeit zum Ausdruck.
  • In der Sammlung "Kunst nach 1945" werden neue Kunstrichtungen aber auch neue Medien wie Performance und Videokunst sowie die Konzeptkunst aufgegriffen und anhand exemplarischer Künstler gezeigt.

Was tun!? im Lenbachhaus - Kunstvermittlung für alle

Besucher sitzen im Lenbachhaus
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München
Auch für Kinder gibt es im Lenbachhaus viel zu entdecken

Das Lenbachhaus bietet folgende Formate an:

  • Gruppenführungen: öffentliche und private, in verschiedenen Sprachen möglich
  • Kinder-Audioguide: Kunsthörspiel und Hörspielkunst
  • Kunstgespräche mit Vermittler*innen in der Ausstellung
  • Workshops und Führungen für alle, die Familie sind
  • Workshops für Kinder und Jugendliche, im Sommer im Garten des Museums
  • KulturSalon+ : Ein kostenloses Angebot speziell für ältere Menschen, die sich einsam fühlen, sich einen Kulturbesuch nicht leisten können oder körperlich beeinträchtigt sind
  • KunstZeit: Ein gemeinsames Kunsterlebnis für Menschen mit Demenz und ihren Begleiter*innen. Vor ausgewählten Kunstwerken ist ausreichend Zeit, eigene Gedanken, Gefühle und Erinnerungen einzubringen.
  • Für Schulklassen gibt es für alle Jahrgangsstufen Programm in den diversen Ausstellungen (Terminvereinbarung und Beratung: fuehrungen-lenbachhaus@muenchen.de)

Veranstaltungen

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau

Ein umfangreiches Programm aus Lesungen, Konzerten, Performances, Diskussionen und Vorträgen ergänzt die Ausstellungen.

Café ELLA und Museumsshop

Café Ella im Lenbachhaus
ELLA Café, © Städt. Galerie im Lenbachhaus & Kunstbau
Das Museumscafé ELLA lädt zur entspannten Kunstpause ein
  • Das Museumsrestaurant Café "ELLA" verdankt seinen Namen der Künstlerin Gabriele Münter. Sie wurde von ihrem Lebensgefährten Wassily Kandinsky liebevoll Ella genannt. Im Café "ELLA" können Museumsgäste sich stärken und von der Terrasse einen einmaligen Blick auf den Königsplatz genießen.
  • Einen wohlsortierten Museumsshop gibt es natürlich auch. Dieser ist wie das gesamte Erdgeschoss des Museums, die historischen Atelierräume des Künstlers Franz von Lenbach und der Garten des Hauses frei zugänglich.

Eintrittspreise

  • Regulär: 10 Euro
  • Ermäßigt: 5 Euro
  • Jahreskarte: 20 Euro (ermäßigt: 10 Euro)
  • Unter 18 Jahren: Freier Eintritt

Digitale Angebot des Lenbachhauses:

  • In der "Sammlung Online" sind Werke aus den drei Sammlungsschwerpunkten des Lenbachhauses über das Internet zu finden, darunter auch viele Objekte und Kunstwerke aus dem Depot, die derzeit nicht im Haus selbst zu sehen sind.
  • Der Audioguide macht Hörstücke zu den ausgewählten Werken als App und online zugänglich.
  • Digitale Rundgänge durch einige Ausstellungen findet man auf der Homepage,
  • zudem gibt es hier eine breite Auswahl an Filmen zu den Ausstellungen und den Sammlungen.
  • Social Media Kanäle: Das Lenbachhaus ist bei Facebook, Instagram, YouTubePinterest und Google Arts & Culture und verschickt einen regelmäßigen Newsletter.

Die Geschichte der Lenbachvilla

Lenbachvilla im toskanischen Stil
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau
Die Künstlervilla im toskanischen Stil wurde 1887 von Gabriel von Seidl errichtet

Franz von Lenbach hatte einen Palast im Sinn, als er beschloss nahe dem prunkvollen Königsplatz eine Villa zu errichten. Zwischen 1887 und 1891 entstand das in L-Form angelegte Gelände, bestehend aus einem Atelierflügel und einem Wohntrakt. Der historische Garten vor dem Gebäude ist an die italienische Renaissance angelehnt.

Den Entwurf zu seiner Prachtvilla erarbeitete der Malerfürst Lenbach mit dem Münchner Architekten Gabriel von Seidl, der auch für das Bayerische Nationalmuseum, das Deutsche Museum und das Rondell am Stachus verantwortlich zeichnete. Auch bei der Innenausstattung war Lenbach nicht bescheiden. Antike Skulpturen und Kopien antiker Kunstwerke, Malereien, Gobelins und Teppiche zierten die Räumlichkeiten. 

1912 wurden beide Trakte, Atelier und Haupthaus, miteinander verbunden. 1924 verkaufte Lenbachs Witwe sowohl das Gebäude als auch Teile des Inventars und Kunstwerke an die Landeshauptstadt München. Diese begründeten den ersten Bestand der Kunstsammlung des Lenbachhauses. 1927 beauftragte die Stadt den Architekten Hans Grässel mit dem Bau eines weiteren Gebäudeflügels im Norden gegenüber dem Ateliertrakt.

Zwei Jahre später wurde das Lenbachhaus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Obwohl im Zweiten Weltkrieg große Teile des Hauses zerstört wurden, konnte bereits 1947 im Nordflügel wieder ausgestellt werden. 1957 dann beschenkte Gabriele Münter die Stadt und das Lenbachhaus mit der einzigartigen Sammlung, die heute als der Blaue Reiter zu sehen ist.

Kunstbau und Kubus: Architektonische Erweiterungen

Lenbachhaus zur blauen Stunde
F. Holzherr, © Städt. Galerie im Lenbachhaus & Kunstbau
Im golden leuchtenden Kubus werden die Kunstwerke im Lenbachhaus gekonnt in Szene gesetzt

Der Kunstbau ist der Städtischen Galerie im Lenbachhaus angeschlossen. Er wurde 1994 eröffnet und besticht vor allem durch seine besondere Räumlichkeit. Der Kunstbau liegt im Zwischengeschoss der U-Bahn-Station Königsplatz und sein Zuschnitt orientiert sich an dem des U-Bahnhofs. Die ungewöhnlichen Abmessungen tragen den gewachsenen räumlichen Ansprüchen moderner Kunst Rechnung.

2013 wurde der Neubau und die Renovierung des Museums durch den internationalen Star-Architekten Sir Norman Foster (Reichskuppel Berlin, Gruke London) eröffnet. Seit dem erstrahlt auch das einstige Wohn- und Atelierhaus des Malerfürsten Franz von Lenbach mit seinem Messing verkleideten Neubau in hellem Glanz. Der golden leuchtende Kubus und ein weiteres Geschoss im Altbau sind dazugekommen. Die denkmalgeschützte Villa ist zum Teil im Innern des Neubaus enthalten.

Barrierefreiheit und Angebote für Menschen mit Behinderung

Das Lenbachhaus und der Kunstbau sind barrierefrei. Die Aufzüge im Gebäude sind für alle Rollstuhlbreiten geeignet, der Aufzug im Kunstbau muss allerdings durch das Personal bedient werden (bitte über die Gegensprechanlage melden). An der Kasse erhält man einen Orientierungsplan.

  • Zwei öffentliche Behindertenparkplätze sind in der Luisenstraße vorhanden.
  • Barrierefreie Toilette und die Garderobe befinden sich im Untergeschoss.
  • Spezielle Führungen: Auf Anfrage werden Führungen in Gebärdensprache vermittelt.

Licht für die Kunst: Innovatives LED Beleuchtungs-Konzept

Mit der innovativen LED-Lichtkonstruktion, die der Künstler Dietmar Tanterl mit der Firma Osram entwickelt hat, setzt das Lenbachhaus neue Standards für die museale Beleuchtung. Damit ist es eines der ersten Museen, das ausschließlich mit Leuchtdioden und Tageslicht seine Kunstwerke ausleuchtet. Das künstliche Licht entspricht nahezu dem Tageslicht und seine variablen Lichtfarben setzen die Werke optimal in Szene.

In Kooperation mit dem Kulturreferat und den Museen

Dieser Beitrag über die Münchner Museen wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und ist in Kooperation mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern konzipiert worden. Die Inhalte wurden zwischen den beteiligten Museen und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

Auf einen Blick

Lenbachhaus München

Luisenstr. 33
80333 München

Tel: +498923396933
Fax: +498923332003

Öffnungszeiten

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