So schön ist der Englische Garten

Der Englische Garten ist Münchner Lebensart pur - und das seit über 225 Jahren. Die weitläufige Anlage hat das ganze Jahr über viel zu bieten. Entspannte Auszeit am Monopteros, Feierabend-Bier oder doch Sport? Wir verraten, was den Englischen Garten so einzigartig macht.

Impressionen vom Englischen Garten

6 Gründe, warum wir den Englischen Garten im Sommer lieben

Sommer am Monopteros, Foto: muenchen.de / Monica Garduno Soto
Foto: muenchen.de / Monica Garduno Soto

1. Klar, der Chinesische Turm mit seinem Biergarten ist eigentlich immer ein lohnendes Ziel. Aber wann, wenn nicht im Sommer sollte man hier einkehren und unter schattigen Bäumen und mit Blick auf das im Turm aufspielende Orchester auf das Leben anstoßen? Es hat schon seinen Grund, warum der Chinesische Turm in keinem Reisführer fehlen darf.

2. Auch am Monopteros ist immer einiges los, aber auch hier völlig zu Recht: die Aussicht von oben ist der Hammer (Foto) und bei Sonnenschein macht die Silhouette der Altstadt gleich noch mehr her.

3. An der Surferwelle sind sowieso ganzjährig viele auf ihren Brettern unterwegs. Im Sommer kommt neben dem Adrenalin-Faktor noch der Neid dazu: Die wagemutigen Männer und Frauen dürfen sich schließlich im Eisbach schön abkühlen! Na gut, Ihr könnt Euch als Alternative auch zu den Wasserfällen in der Nähe der Eisbachwelle begeben. Hier dürft Ihr zwar nicht baden, könnt aber zu tosendem Sound im Schatten entspannen - das ist viel weniger kitschig, als es klingt. Und gleich daneben kehrt Ihr beim Fräulein Grüneis ein und gönnt Euch ein kühles Getränk.

4. Der ultimative Tipp zum Runterkommen ist der Spaziergang vom gemütlichen Mini-Hofbräuhaus bis zur Isar und dort entlang zum Stauwehr Oberföhring: unendliche Weiten und die Isar in voller Größe - in anderen Städten müssen Menschen für so etwas weit fahren, Ihr habt's direkt vor der Haustür.

5. Und wenn Ihr es etwas romantischer wollt - nehmt Euch Zeit und spaziert durch den Nordteil des Englischen Gartens bis zum sogenannten Schwammerlweiher mit seiner kleinen Insel. Einfach am Oberstjägermeisterbach entlang, dann ist der Weiher nicht zu verfehlen. Wer hier noch eine Spur von Alltagsstress entdeckt, darf ihn behalten.

6. Wenn Ihr schon mal im Nordteil des Englischen Gartens seid, solltet Ihr Euch auch diesen tierischen Geheimtipp nicht entgehen lassen: In den Sommermonaten weidet hier eine riesige Schafherde, mitten in München. Meistens sind die Schafe auf Höhe der U-Bahn Station Nordfriedhof zu finden, manchmal laufen sie aber auch mit ihrem Schäfer quer durch den Park. Im Zweifel einfach den "Mähs" folgen.

Video: So schön ist der Englische Garten

Ein riesiges Freizeitparadies mitten in der Stadt

Frühling im Englischen Garten, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal
  • Wann immer das Wetter mild ist, strömt halb München in den Englischen Garten. Egal ob Ihr Euch mit Freunden zum Picknick trefft, ein Feierabendbier in der Sonne trinkt, auf den weitläufigen Wiesen Fußball spielt oder eine spontane Jamsession mit anderen Musikern startet: Gedränge gibt's hier keins, dafür lernt Ihr hier leicht neue Leute kennen.
  • Auch bei kuriosen Sportarten wie Quidditch oder dem irischen Hurling könnt Ihr hier Sportler beobachten. Zwischendrin lässt es sich ganz entspannt mit dem Boot über den See gleiten oder in einem der Biergärten eine Mass in der Sonne trinken. Der Englische Garten ist ein riesiger Erholungsraum mitten in der Stadt, in dem die Uhren langsamer gehen. Münchner Lebensgefühl pur!

 

Die großen Biergärten im Englischen Garten

Frühling am Chinesischen Turm im Englischen Garten , Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal
  • Im Biergarten direkt am Chinesischen Turm ist fast immer ein Platz frei – mit rund 7000 Sitzplätzen ist er einer der größten Biergärten der Stadt. Ab Nachmittag hört Ihr dort Blasmusik, im Schatten von Turm und Bäumen sitzt es sich bis in die Abendstunden bestens. Auch beliebt ist das Seehaus am Kleinhesseloher See. Das Restaurant serviert bayerische Spezialitäten und vom Biergarten nebenan haben die Gäste einen herrlichen Blick über den See.
  • An der südlichen Grenze des Nordteils liegt der Biergarten Hirschau, er bietet Platz für 2500 Gäste. Der nördlichste Biergarten im Park, der Aumeister, eignet sich gut als Ziel einer kleinen Radtour.
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Seehaus

Das Seehaus im Englischen Garten – "Insel der Seeligen" mit Pavillon, bayerischem Stüberl und traumhaftem Biergarten. Ob Frühstück, Kuchen und Torten am Nachmittag, Dinner, Banketts oder Feste – das Seehaus ist ein idyllischer Ort für viele Gelegenheiten mit moderner und gemütlicher Atmosphäre. 
Mitten im Englischen Garten, direkt am Kleinhesseloher See mit direkter Parkmöglichkeit.
Weitere Informationen

Die Bauwerke

Monopteros im Englischen Garten nach der Sanierung, Foto: muenchen.de/Dan Vauelle
Foto: muenchen.de/Dan Vauelle

Der Englische Garten gehört weltweit zu den größten innerstädtischen Parks. Auf dem weitläufigen Gelände könnt Ihr wunderschöne Plätze und Bauwerke entdecken:

  • Den wohl besten Ausblick gibt es vom Monopteros: Der tempelartige Rundbau wurde 1836 samt Hügel in die südliche Parklandschaft eingefügt. Der Panoramablick über die Stadt ist umwerfend – einfach hinsetzen und genießen!
  • Erst 1972 entstand das Japanische Teehaus. Am Südende des Parks steht es auf einer künstlichen Insel im Schwabinger Bach. Japan-Fans treffen sich dort regelmäßig zur traditionellen Teezeremonie. Am dritten Sonntag im Juli steigt rund ums Teehaus das "Japanfest".
  • Das vielleicht bekannteste Bauwerk im Englischen Garten ist der Chinesische Turm. Der Pagodenbau im kaiserlich-chinesischen Stil ragt 25 Meter in die Höhe und geht auf einen Entwurf von 1789 zurück. Mehrmals brannte der Turm aus, er wurde aber jedes Mal originalgetreu wiederaufgebaut. Gleich nebenan gibt es für die Kleinen ein Kinderkarussell im Biedermeier-Stil mit Kutschen, Wagen, Schlitten und 20 geschnitzten Holz-Tieren.
  • Hinter dem Chinesischen Turm steht das Rumfordschlössl, ein klassizistisches Gebäude aus dem Jahr 1791. Es wird heute als Natur- und Kulturtreff für Jugendliche genutzt.

Kulturelle Events

Kocherlball am Chinesischen Turm
  • Ein Top-Ereignis ist der Kocherlball am Chinesischen Turm, der einmal jährlich meist an einem Sommersonntag im Juli zwischen 6 und 10 Uhr morgens stattfindet. Der Trachtenball geht zurück auf eine Tradition Münchner Hausangestellter, die sich vor der Arbeit zum Tanz trafen.
  • Laienschauspieler führen an den Sommer-Wochenenden im nördlichen Englischen Garten regelmäßig Theaterstücke unter freiem Himmel auf. In das Amphitheater nahe der Studentenstadt bringen Zuschauer auch Picknick und Lampions mit.
  • Im Japanischen Teehaus im Südteil gibt es regelmäßig traditionelle Teezeremonien und im Juli das Japanfest.
  •  Ziemlich gemütlich geht es jedes Jahr im Advent auf dem Christkindlmarkt am Chinesischen Turm zu. Rund um den beleuchteten Turm findet man dann zahlreiche Buden mit Kunsthandwerk und weihnachtlichen Leckerbissen. Außerdem starten von hier aus Kutschfahrten zu einer rund 60-minütigen Tour durch den Englischen Garten. Weitere Infos zum Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm

Badeverbot im Eisbach und an der Floßlände

Das Surfen an der Eisbachwelle nahe des Hauses der Kunst ist im Sommer 2010 legalisiert worden. Allerdings gilt diese Erlaubnis nur für geübte Surfer – weniger geübte Sportler können sich an der Floßlände testen. Dabei erfolgt das Surfen auf eigene Gefahr.
Das Schwimmen und Baden ist im gesamten Eisbach nicht erlaubt, ebenso an der Floßlände.

Wo Schwimmen in der Isar erlaubt ist

Bade- und Bootverordnung der Stadt München

Sport und Freizeit

Surfen am Eisbach im Englischen Garten, Foto: Michael Hofmann
Foto: Michael Hofmann
  • Der Englische Garten ist ein Paradies für Freizeit-Sportler: Radler und Jogger trainieren auf 78 Kilometer Wegen. Im Frühling, Sommer und Herbst spannen die Seiltänzer zwischen Bäumen ihre Slacklines, Frisbee-Spieler werfen ihre Scheiben und Amateurkicker treffen sich zum Fußball.
  • Profis solltet Ihr aber sein, wenn Ihr Euch am südlichen Ende in den Eisbach aufs Surfbrett wagt. Dort zeigen die Surfer zu jeder Jahreszeit ihre Kunststücke im kalten Wasser – und das unter den Augen vieler Ausflügler und Zuschauer.
  • Mal lebendig, mal entspannt geht's am Kleinhesseloher See an der Grenze zum nördlichen Englischen Garten zu. Der See ist zwar nicht zum Schwimmen geeignet, aber mit dem Ruder- oder Tretboot könnt Ihr trotzdem einen perfekten Tag auf dem Wasser verbringen. Nicht nur im Sommer sitzen hunderte Menschen am Ufer.
  • Im nördlichen Teil des Parks seht Ihr immer wieder Gruppen beim Yoga oder Thai Chi. Wer gerne auf dem Pferd daherkommt - auch eine Auswahl an Reitwegen gibt es im Englischen Garten. Sie werden vor allem von der nahe gelegenen Universitätsreitschule genutzt.
  • Im Winter zieht es Langläufer und Spaziergänger jeden Alters in den Park.

Stadtrat beschließt Planung für Tunnel im Englischen Garten

Am 28.6.2017 hat die Vollversammlung des Stadtrats beschlossen, die konkreten Planungen für einen 390 Meter langen Tunnel unter dem Isarring aufzunehmen. Die Straße, die den Englischen Garten in zwei Teile trennt, soll unter der Erde verschwinden. Die Kosten werden auf 125 Millionen Euro geschätzt.

Mehr zum Tunnelprojekt im Englischen Garten

Süd- und Nordteil: Was ist der Unterschied?

Englischer Garten im Herbst, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal
  • Unterteilt ist der Park in den belebten Südteil und den eher ruhigen Nordteil. Der Südteil ist das Areal von der Prinzregentenstraße bis zum Mittleren Ring. Dort ist immer viel los: Die Liegewiesen sind vor allem im Sommer gut gefüllt und aus den Boxen klingt Musik so ziemlich aller Genres. Die vermischt sich mit dem Sound der Trommler vom Monopteros und der Blasmusik vom Chinesischen Turm zum typischen Englischer-Garten-Geräuschteppich.
  • Wer beim Spazierengehen, Joggen oder Radfahren gerne seine Ruhe haben will, den verschlägt es meist in den Nordteil ab dem Mittleren Ring bis nach Freimann hinauf. Hier erlebt Ihr den Park mit seinen wilden Wiesen alles andere als hektisch.

Geschichte des Englischen Gartens

Schlittschuhläufer auf dem Kleinhesseloher See im Englischen Garten, Januar 1908., Foto: Georg Pettendorfer / © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel www.schirmer-mosel.com
Foto: Georg Pettendorfer / © Stadtarchiv München / Courtesy Schirmer/Mosel www.schirmer-mosel.com Schlittschuhläufer auf dem Kleinhesseloher See im Englischen Garten, Januar 1908
  • Über zwei Jahrhunderte hinweg wurde der Englische Garten laufend verändert, immer wieder kamen neue Gebäude und Grünanlagen hinzu – zum Beispiel die Hirschau oder der alte Militärgarten. Alles begann 1789, als Kurfürst Karl Theodor den Auftrag gab, an der Isar einen öffentlichen Park anzulegen. Er sollte der Armee Erholung bieten – wurde dann aber 1792 als Volkspark für die damals rund 40.000 Münchener Bürger eröffnet.
  • Für die ursprüngliche Gestaltung des Parks sind der aus Amerika stammende Benjamin Thompson, der spätere Reichsgraf von Rumford, sowie der Schwetzinger Hofgärtner Friedrich Ludwig von Sckell verantwortlich.
  • Den Namen "Englischer Garten" erhielt der Park, weil er nicht als minutiös geometrisch ausgelegter Französischer Barockgarten, sondern im Stile eines Englischen Landschaftsparks angelegt wurde.
  • Zuständig für die Verwaltung des Englischen Gartens ist die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

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