Einkaufen auf dem Viktualienmarkt – oder liefern lassen!

Einkaufen auf dem Münchner Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher Petra Hahn vom Gemüsehändler Tretter KG an ihrem Stand

Frische Lebensmittel bei den Händlern kaufen oder online bestellen

Auch während des Lockdowns auf dem Viktualienmarkt zu kaufen: Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Käse und Wein. Alles frisch, saisonal und mit Beratung. Einzigartig macht den Markt aber auch seine Vielfalt. Ob Kaffee, Gewürze, Schwammerl, Feinkost oder internationale Spezialitäten, Brot und Süßes: all das gibt's vor Ort. Und das meiste: jetzt auch online zu bestellen.

Corona-Regeln: Notbremse ab 14.4. wieder in Kraft

Die Corona-Maßnahmen in Bayern werden bis mindestens 9. Mai verlängert. Das Bayerische Kabinett hat am 7. April neue Regelungen für Einzelhandel und Schule beschlossen, die seit 12. April in Kraft sind.

Da die 7-Tage-Inzidenz für München am 12. April drei Tage in Folge über 100 lag, greift ab dem 14. April, 0 Uhr die von Bund und Ländern verabschiedete Notbremse. Es gelten dann wieder strengere Maßnahmen für Kontakte, Einkaufen, Kultur und Sport sowie eine nächtliche Ausgangssperre.

Bis dahin gelten noch die Regeln für den Inzidenzwert-Bereich "zwischen 50 und 100".

  • Diese Notbremse-Regeln gelten ab dem 14. April
  • Welche Corona-Maßnahmen in München gelten
  • Aktuelle Infos und Regelungen für München auf muenchen.de/corona
  • Video: Oster-Einkäufe auf dem Viktualienmarkt

    Von Aubergine bis Zucchini: Gemüse und Kartoffeln vom Markt

    Gemüse auf dem Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
    Foto: Anette Göttlicher

    Wer sich jemals gefragt hat, ob sich Vegetarier nicht beim Essen ein wenig langweilen, sollte mal über den Viktualienmarkt schlendern und die Auslagen der Gemüsehändler bestaunen. Gerade jetzt im Winter gibt's ein riesiges Angebot: Kartoffeln in allen Formen und Farben, Kraut und Kohl, Spinat, Salate, Karotten, die verschiedensten Rüben- und Knollenarten, Artischocken, Auberginen, Zucchini ... 

    Einer der größten Stände ist Tretter, direkt gegenüber vom Maibaum(fundament) und mitten im Herzen des Markts. Vis-à-vis, Richtung Fisch Witte, findet ihr die Fruitique, die neben Südfrüchten auch eine große Auswahl an Gemüse im Angebot hat. 

    Seit 1993 ist Trübenecker – auch online mit Lieferservice – mit seinem Bio-Gemüse und -Obst auf dem Viktualienmarkt: Ihr findet den Stand, bei dem es auch frische Säfte gibt, am Rand des hübschen Hofs hinter der Kaffeerösterei – dort, wo übrigens auch die BR-Serie „München 7“ mit Monika Gruber und Andreas Giebel gedreht wurde. 

    Vitamin C: Obst vom Viktualienmarkt

    Vitaminreiches Obst vom Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
    Foto: Anette Göttlicher

    Auf dem Viktualienmarkt gibt es nicht nur Obst und Früchte – zum Beispiel in der Fruitique eine große Auswahl an vitaminreichen Zitrusfrüchten und anderen Exoten – man bekommt auch die richtige Beratung dazu. Hier nehmen sich die Händler noch die Zeit, um zu erklären, was eine Flug-Ananas ist und warum man die Kumquats, die Mini-Orangen, vor dem Verzehr sanft in der Handfläche rollen sollte. 

    Natürlich findet man auch heimisches, regionales Obst, zum Beispiel eine überwältigende Auswahl an Äpfeln bei Schlegel OHG oder beim Obsthof Bucher vom Bodensee, der auch liefert.

    Weißwurst, Wild oder Wammerl – richtig gutes Fleisch

    Die Metzgerzeile auf dem Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
    Foto: Anette Göttlicher

    Man munkelt, es gäbe auf dem Viktualienmarkt die besten Leberkassemmeln der Stadt. Sicher ist, dass ein Rauchzipfel in der Semmel vom Schlemmermeyer für viele Münchner zu den frühesten Kindheitserinnerungen gehört. Genauso wie die über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Pferdemetzgerei Kaspar Wörle – ob man dessen Ware mal probiert hat oder lieber nicht, weil man 12 war und ein Pflegepony hatte. 

    Wilde Zeiten sind am Viktualienmarkt angebrochen – aber keine Sorge, so heißt nur die neueste Metzgerei in der Metzgerzeile am Petersbergerl, die Reh, Kaninchen & Co. anbietet. Geflügel gibt's selbstverständlich auch – ob bei Stephani oder auf der andere Seite des Marktes, an der Hochreiter-Ecke. Dort war früher der „Ganserlmarkt“ und noch heute gibt es dort Enten, Gänse und Hühner zum Braten, zum Beispiel aus Niederbayern. 

    Fischsemmel oder Bouillabaisse – von Auster bis Zander

    Fisch auf dem Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
    Foto: Anette Göttlicher

    Vom Fleisch ist es nicht weit zum Fisch auf dem Viktualienmarkt. Überhaupt liegt hier alles so nah beinander, ohne dass man sich in die Quere kommt beim Einkaufen – gerade in Pandemiezeiten ein unschätzbarer Vorteil. 

    Die Nordsee wirkt höchstens aufgrund ihres Namens ein wenig fremd auf dem Münchner Viktualienmarkt – Fischliebhaber wissen, dass man hier in der ältesten Münchner Filiale der Kette nicht nur Fish&Chips to go bekommt, sondern auch frischen Fisch und Meerestiere aller Art.

    Um die Ecke geht's zu einem der Kult-Läden auf dem Markt, Fisch Witte. Oft bedient der Chef selbst und man kann durch Glasscheiben hindurch zusehen, wie er den frischen Fisch für einen filetiert. Keine Ahnung, woraus man eine Bouillabaisse kocht? Hier gibt's kompetente Beratung.

    Passen gut zusammen: Käse und Wein

    Käse (und Wein) vom Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
    Foto: Anette Göttlicher

    Wer Käse liebt, muss auf den Viktualienmarkt. Die Händler – Lupper, Thoma, Lindner, Tölzer Kasladen (hier auch mit Lieferservice) und weitere – und ihre Mitarbeiter sind so gut im Thema, dass sie sogar die Käsesorte finden, die man mal bei Freunden probiert hat und mit „ich glaub, der war aus Frankreich, er war weich, außen orange und roch etwas streng, schmeckte aber göttlich ...“ beschreibt. 

    Wer ein Käsefondue mit der Familie plant, muss keinen Muskelkater befürchten, denn der Käse wird fachkundig zusammengestellt und frisch gerieben. Raclette-Käse gibt's in Scheiben oder, für den klassischen Schweizer Raclettegrill, am Stück.

    Dazu passt natürlich ein guter Wein, auch den gibt's direkt am Käsestand. Inklusive Beratung. 

    Brot, Backwaren und Süßes: Von der Brezn bis zur Praline

    Brot auf dem Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
    Foto: Anette Göttlicher

    Brot ist nicht wegzudenken vom Viktualienmarkt: Da wäre die Bäckerliesl mit ihrem berühmten Bauernkrustenbrot – erst im Frühsommer 2020 verstarb die Inhaberin Elisabeth Forstner, ein Markt-Original, mit über 90 Jahren. Ein paar Schritte weiter, bei Karnolls Kaffee- und Backstandl, gibt's die vielleicht beste Brezn der Stadt. Natürlich findet man eine Hofpfisterei und – zwischen den Metzgern – die Fritz Mühlenbäckerei.

    Auf der anderen Seite des Markts, wenn man von der Schrannenhalle und dem Pschorr kommt, kann man den Stand „Gut zum Leben“ kaum verfehlen. Oder man bestellt online im eigenen Shop. Als Spezialist für vegane Lebensmittel bietet der Stand nicht nur heimisches Gemüse, Gewürze und Brotaufstriche an, sondern auch das Steinmühlenbrot mit Getreidekeimling. Und: sensationell saftige Elisen-Lebkuchen, die immer schnell ausverkauft sind.

    Apropos süß: Gegenüber ist der Münchner SchokoLaden von Josef Obermeier mit seinen handgemachten Pralinen und Schokofrüchten. Direkt daneben hat Lea Zapf erst im Frühjahr 2020 ihre Marktpatisserie eröffnet. Durch die Scheibe könnt Ihr ihr bei der Arbeit zuschauen. Und am Fenster gleich was Süßes mitnehmen.

    Obazda oder Curry? Kräuter und Gewürze aus aller Welt

    Gewürze auf dem Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
    Foto: Anette Göttlicher

    Was wären eine Suppe, ein Eintopf oder ein exotisches Gericht ohne die richtigen Gewürze? Auf jeden Fall: ein bissl fad. Wie München ohne den Viktualienmarkt. Gegen die Gewürzauswahl im Herzen der Stadt, zum Beispiel bei der Gewürzerei mit ihrer einzigartigen Auswahl an Gewürzen und -mischungen, Salzen und Saucen, Ölen und Kräutern oder der „Kräuter Gallery“, sieht jedes Supermarktregal ein bisschen mickrig aus. Von Anis bis Zimt, von Bärlauch bis Rosmarin, hier gibt's alles. 

    Ob Ihr einen Obazdn machen wollt, ein indisches Curry kochen oder einen Kürbis auf afghanische Art zubereiten, Ihr werdet fündig. Natürlich gibt's auch frische Kräuter im Topf.

    In zwei Minuten nach Lateinamerika: Feinkost und Internationales

    Liesl Karlstadt schaut zum mediterranen Feinkoststand auf dem Viktualienmarkt, Foto: Anette Göttlicher
    Foto: Anette Göttlicher

    Der Viktualienmarkt ist die Essenz von München: heimatverbunden und bodenständig und dabei international und weltoffen. So passen zu den regionalen Kartoffeln, Schwammerln und dem Fleisch aus der Gegend ganz wunderbar die Spezialitäten aus anderen Ländern und von anderen Kontinenten, die's auf dem Viktualienmarkt gibt. 

    Mittendrin Sevdas mit seiner mediterranen Feinkost: Die Stränge mit Knoblauchzehen und Körbe voller Chilis sind immer ein Hingucker. Oliven & Co. gibt's bei der Sauren Ecke. Feines aus Ungarn findet Ihr im Paprikahaus, zum Beispiel auch die leckeren Langosch. Und wer Südamerika mag, geht zum Mercado Latino. Hier wird unter anderem Rindfleisch aus Argentinien angeboten – Kenner wissen, warum das besonders gut ist.

    Der Lieferservice der Viktualienmarkt-Händler

    Kristina Frank (Kommunalreferentin) kauft beim Honighäusl ein, Foto: Anette Göttlicher
    Foto: Anette Göttlicher Kommunalreferentin Kristina Frank kauft beim Honighäusl ein

    Der Viktualienmarkt ist momentan einer der sichersten Orte, um einkaufen zu gehen. Unter freiem Himmel, mit Maske (im gesamten Marktbereich muss ein Mund-Nasenschutz getragen werden), mit Abstand. Wer dennoch nicht selbst hingehen kann oder möchte oder einfach zu weit weg wohnt, kann bei den meisten Händlern auch online oder per Telefon bestellen und sich beliefern lassen. Interessant auch für die nicht-Lebensmittel-Standln, die gerade geschlossen sein müssen.

    Lieferservice der Viktualienmarkt-Händler: Viele Händler haben eigene Onlineshops oder bieten Lieferung an. Die Links findet Ihr bei den Händlern, die wir Euch vorstellen oder im offiziellen Händlerverzeichnis.

    Das Hygienekonzept des Viktualienmarkts

    FFP2-Maskenpflicht für Kunden und Händler, Abstandsregeln, Alkoholverbot und weitere Sicherheitsmaßnahmen: Hier geht's zum Schutz- und Hygienekonzept der Markthallen München (MHM) »»

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    CORONAVIRUS: DIE AUSWIRKUNGEN AUF MÜNCHEN

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