Isarvorstadt

Der Gärtnerplatz Galerie

Die Isarvorstadt ist "in", nicht nur als Wohngegend. Das Viertel rund um den Gärtnerplatz ist auch ein beliebtes Zentrum der Kneipen- und Lokalszene in München, die den Stadtteil und das dort vorherrschende Lebensgefühl widerspiegelt: bunt und multikulturell, tolerant und lebendig.

Isarvorstadt: Stilvolles Wohnen und aufregendes Nachtleben

Wohngegend in München Isarvorstadt, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Die Isarvorstadt verfügt auch heute noch über einen sehr hohen und gepflegten Altbaubestand. Vor allem das Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel gehören zu den attraktivsten Wohnquartieren der Stadt. In den Straßen rund um den Gärtnerplatz gibt es viele kleine Geschäfte und Cafés. Touristen und Einheimische flanieren hier gleichermaßen gerne durch die Straßen. Hier gibt es auch die meisten Kneipen und Restaurants Münchens, die Gegend hat sich in den letzten Jahren als Zentrum des Nachtlebens etabliert. Besonderer Farbtupfer dieser Vergnügungskultur sind die Lokale der schwul-lesbischen Szene von München.

Schlachthofviertel in der Isarvorstadt, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Ein allmählicher Wandel zeigt sich auch im Schlachthof- und dem Dreimühlenviertel, wo sich ebenfalls immer mehr Kneipen, kleine Cafés und Restaurants ausbreiten. Die Isarvorstadt gilt trotz steigender Mietpreise und der damit einhergehenden Verdrängung der alteingesessenen Bewohner immer noch als besonders multikulturelles, tolerantes und lebendiges Wohngebiet mit vielen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen. Auch kulturell ist einiges geboten: So befindet sich hier das Gärtnerplatztheater und das Marionettentheater, das - 1858 eröffnet - eines der ältesten in Deutschland ist.

Freizeit und Shopping in der Isarvorstadt

Isar , Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Auch gibt es zwei grüne Lungen in diesem dicht bebauten Viertel: die nahen Isarauen sowie den Alten Südfriedhof, der im Jahr 2013 bereits 450 Jahre alt wurde. Auf der ruhigen Stätte am Westermühlbach liegen unter anderem der Maler Carl Spitzweg, der Baumeister Leo von Klenze und der Erfinder der süßen Senfs Johann Develey begraben. Zum Schwimmen im Sommer zieht es die Bewohner der Isarvorstadt vor allem ins SMW-Freibad Schyrenbad in Untergiesing, das älteste Bad Münchens. Der Weg dorthin über die Wittelsbacher Brücke ist ein Katzensprung. Das Viertel hat sich eine rege Stadtteilkultur bewahrt, die sich in den vielen Straßenfesten, Kunstaktionen und auch Galerien und kunsthandwerklichen Läden zeigt.

Shopping, Essen und Übernachten

Sehenswürdigkeiten in der Isarvorstadt

Deutsches Museum München, Foto: Deutsches Museum
Foto: Deutsches Museum

Mittelpunkt des Viertels ist der Gärtnerplatz, an dem das Staatstheater steht. Dort befindet sich auch das Denkmal des Architekten Leo von Klenze. Das Deutsche und Europäische Patentamt sowie die erste Pfarrkirche des Viertels, St. Maximilian, liegen direkt an der Isar. Unweit davon, auf der Museumsinsel, steht mit dem Deutschen Museum das Mekka der Technik-Fans. Das größte naturwissenschaftliche Museum der Welt hat auch ein eigenes Planetarium und eine Sternwarte. Nicht ganz so bekannt wie der Gärtnerplatz, aber dennoch ein sehr schöner Ort ist der Roecklplatz, an dem es auch eine Mariensäule gibt.

Insidertipps für die Isarvorstadt

Historisches: Vom Arbeiter- zum Szeneviertel

Westermühlbach in der Isarvorstadt/Glockenbachviertel, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Das Viertel war früher von vielen aus der Isar abgeleiteten Stadtbächen durchzogen. Der Westermühlbach ist der einzige, der auch heute noch sichtbar durch den Stadtteil fließt. Ein Ort zum Entspannen im ansonsten turbulenten Szeneviertel. Gerade wegen der vielen kleinen Bäche kam das Gewerbe in die Isarvorstadt: Vor allem Müller, Gärtner, Wäscher oder Bleicher siedelten sich im Viertel an, damals noch in häufig sehr ärmlichen Behausungen. Städtebaulich war in der Isarvorstadt lange Zeit nicht viel los. Erst nach 1860 startete die gründerzeitliche Stadterweiterung: Innerhalb von wenigen Jahren wurde das planmäßig konzipierte Viertel aus dem Boden gestampft.

Schlachthofviertel in der Isarvorstadt, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Im Jahr 1876 beschloss der Magistratsrat der Stadt München, am Südbahnhof den städtischen Schlacht- und Viehhof zu errichten, wodurch das Schlachthofviertel als typisches Arbeiter- und Handwerkerquartier entstand. Der Schlachthof war Teil eines Konzepts, um die hygienischen Verhältnisse im Stadtgebiet zu verbessern. Zuletzt hatte 1854 eine große Cholera-Epidemie in der Stadt gewütet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Isarvorstadt bei Bombenangriffen stark zerstört, da hier zu dieser Zeit noch zahlreiche Industrieunternehmen waren.

Isarvorstadt kurios

Die Isarvorstadt war stets ein Tummelplatz für prominente Personen. Freddie Mercury, Sänger der weltbekannten Rockband Queen, lebte eine Zeit lang in der Hans-Sachs-Straße. Auch der Regisseur Rainer Werner Fassbinder wohnte von 1974 bis 1978 in der Reichenbachstraße und genoss das Nachtleben im Viertel. Und ein gewisser Albert Einstein ging hier auf das – heute nicht mehr bestehende - Luitpold-Gymnasium.

Abgrenzung Isarvorstadt

Zum Stadtteil Isarvorstadt, südlich der Altstadt an der namensgebenden Isar gelegen, gehören die Stadtviertel Schlachthof, Dreimühlen, Am Alten Südlichen Friedhof, Glockenbach, Gärtnerplatz und Deutsches Museum. Der Stadtteil ist über die U1 und U2 an der Fraunhofer Straße, dazu über die U3 und U6 am Sendlinger Tor sowie durch die Nähe zu den S-Bahn-Stationen Marienplatz und Isartor sehr gut an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen. Auch einige Trambahn- und Buslinien verlaufen durch das Viertel.

Die Isarvorstadt in Zahlen

Die Isarvorstadt bildet zusammen mit der Ludwigsvorstadt den Münchner Stadtbezirk 2.

- Einwohner des Stadtbezirks: 54.915
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 125
- Fläche in Hektar: 440,14
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

Wirtschaft und Gewerbe

Industrie- und Gewerbeflächen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg nach und nach aufgegeben, die traditionelle Gewerbestruktur hat sich gewandelt. Im Stadtbezirk hat sich der Dienstleistungssektor als maßgeblicher Arbeitsplatzanbieter etabliert. Nach wie vor von großer wirtschaftlicher Bedeutung ist der Schlacht- und Viehhof mit dem Fleischgroßmarkt und den Groß- und Einzelhandelsbetrieben des Metzgerhandwerks.

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