Münchner Museen und Ausstellungen für neue Blickwinkel
Jenseits der Leinwand: Kunst, die über den Rahmen hinausgeht
Eine Menschenfigur zwischen historischen Möbeln, ein Labyrinth aus Glas, Erinnerungen auf Keramik: In Münchner Museen und Ausstellungshäusern geht Kunst über den Bilderrahmen hinaus. Malerei trifft auf Skulpturen, Installationen und Klang. Manchmal wird der ganze Raum zum Kunstwerk – und selbst historische Bücher eröffnen neue Perspektiven.
Dieser Guide lädt euch ein, die Perspektive zu wechseln: vom AMUSEUM über die Villa Stuck und die Galerie Bezirk Oberbayern bis zum Abgussmuseum und Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Fünf Orte zum genauen Hinschauen, Umrunden und Weiterdenken.
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Das Wichtigste im Überblick
- Fünf Orte, fünf Perspektiven: Von lebensgroßen Menschenfiguren und begehbaren Installationen bis zu antiken Skulpturen und Kunst in historischen Büchern.
- Aktuelle Ausstellungen: „The Casting Show“ im AMUSEUM (ab 6.11.), „Mein Eigen, mein Schatz“ im Zentralinstitut (ab 12.11.), „Mater“ in der Villa Stuck (bis 29.3.) und „Gedanken-Brüche“ in der Galerie Bezirk Oberbayern (bis 2.12.)
- Kunst kostenlos entdecken: Freier Eintritt im Abgussmuseum, in der Galerie Bezirk Oberbayern und zur Ausstellung im Zentralinstitut.
- Gut zu wissen: Abgussmuseum, Zentralinstitut und Galerie Bezirk Oberbayern sind regulär nur unter der Woche geöffnet.
AMUSEUM: Street Art bekommt eine menschliche Gestalt
Eine Person steht mitten im Raum – doch bei genauerem Hinsehen ist sie gar nicht echt. Im AMUSEUM of Contemporary Art begegnet ihr lebensnahen Menschenfiguren aus Verpackungsklebeband. Für seine Ausstellung „Mark Jenkins – The Casting Show“ platziert der Street-Art-Künstler sie zwischen Barocktapeten, Holzvertäfelungen und historischen Möbeln. So verschwimmen die Grenzen zwischen Kunst und Alltag.
Auch klassische Gemälde bekommen bei Jenkins einen neuen Dreh: Für seine „Kick Paintings“ und „Hand-signed Paintings“ verändert er bestehende Ölgemälde. Vom 6. November 2026 bis 6. Juni 2027 könnt ihr entdecken, wie er mit vertrauten Bildern und ungewöhnlichen Inszenierungen spielt.
👉 „The Casting Show“ im Münchner AMUSEUM verbindet lebensnahe Menschenfiguren mit veränderten Ölgemälden und einer ungewöhnlichen Ausstellungswelt.
Euer Besuch: Schellingstraße 3, Maxvorstadt. Wieder geöffnet ab 6. November 2026. Das Haus empfiehlt sein Ausstellungsprogramm ab 14 Jahren.
Abgussmuseum: Antike Skulpturen von allen Seiten entdecken
Geht einmal um eine Statue herum: Wie verändert sich ihre Haltung, wenn ihr sie von der Seite betrachtet? Welche Details entdeckt ihr am Rücken? Im Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke lässt sich Kunst als Körper im Raum erkunden. Knapp 400 Statuen stehen allein im Erdgeschoss mit seinen beiden hohen Lichthöfen.
Die Gipsabgüsse bilden Form und Oberfläche ihrer Vorbilder detailgetreu nach. Dadurch könnt ihr Skulpturen unmittelbar vergleichen, deren Originale über Museen in aller Welt verteilt sind. Ein Schwerpunkt liegt auf hellenistischer Plastik und römischen Porträts. Sucht euch zwei Figuren aus und schaut genauer hin: Wie unterscheiden sich Körperhaltung, Gesichtsausdruck und Wirkung?
👉 Das Münchner Abgussmuseum bringt Gipsabgüsse antiker Skulpturen zusammen und macht ihre Formen direkt vergleichbar.
Euer Besuch: Katharina-von-Bora-Straße 10, Maxvorstadt. Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr; an Wochenenden und Feiertagen geschlossen. Eintritt frei. Gruppen bitte vorab anmelden.
Zentralinstitut für Kunstgeschichte: Vom Buch zurück zum Kunstwerk
Von der Skulptur zur Buchseite: Im selben Gebäude wie das Abgussmuseum eröffnet das Zentralinstitut für Kunstgeschichte einen weiteren Zugang zur Kunst. Seine Bibliothek bewahrt historische Sammlungskataloge, die zeigen, wie Kunstwerke früher dokumentiert und verbreitet wurden. Wie diese Bücher unseren Blick auf Kunst prägen, zeigt vom 12. November 2026 bis 12. März 2027 die Ausstellung „Mein Eigen, mein Schatz“ – Kunst in illustrierten Sammlungskatalogen seit 1500.
Originale Bücher, Grafiken und Fotografien zeigen, wie sich die Darstellung und Wahrnehmung von Kunst über die Jahrhunderte verändert hat. Abbildungen machten sie vergleichbar; Beschreibungen und die Zusammenstellung im Katalog beeinflussten ihre Bewertung. Nach den dreidimensionalen Nachbildungen im Abgussmuseum entdeckt ihr hier eine weitere Möglichkeit, Kunst näherzukommen: über ihre gedruckten Bilder und die Geschichten ihrer Sammlungen.
👉 Im Zentralinstitut für Kunstgeschichte eröffnen illustrierte Sammlungskataloge einen Zugang zu Kunstwerken, ihrer Erforschung und ihrer Verbreitung.
Euer Besuch: Katharina-von-Bora-Straße 10, Lichthof Nord, 1. Obergeschoss. Montag bis Freitag 10 bis 20 Uhr; Eintritt frei. An Wochenenden und Feiertagen sowie vom 24. Dezember 2026 bis 3. Januar 2027 geschlossen.
Villa Stuck: Mitten durch Bilder, Glas und Klang
Spiegelräume, musizierende Automaten und ein Labyrinth aus Glasstelen mit Röntgenaufnahmen: Bei „Mater“ von Gonzalo Borondo führt euch der Weg mitten durch die Kunst. Die Ausstellung im Museum Villa Stuck verbindet Acryl- und Ölmalerei mit Glas, Wachs, Licht und mechanischen Apparaten.
Märchen, antike Mythen und religiöse Motive treffen auf industrielle Fundstücke. Gedichte von Ángela Segovia und die Musik von Niño de Elche erweitern den Parcours um Sprache und Klang. Nehmt euch Zeit für die wechselnden Blickwinkel: Eure Bewegung durch die Räume gehört hier zur Wahrnehmung der Arbeiten.
👉 „Mater“ im Museum Villa Stuck verbindet Malerei, Glasarbeiten, Klang und optische Apparate zu einem begehbaren Ausstellungsparcours.
Euer Besuch: Prinzregentenstraße 60, Bogenhausen. Dienstag bis Sonntag und feiertags 11 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5 Euro; bis 18 Jahre frei. Am ersten Freitag im Monat von 18 bis 22 Uhr kostenlos geöffnet.
Galerie Bezirk Oberbayern: Erinnerungen bekommen eine Form
Wie lassen sich Erinnerungen festhalten, wenn sie langsam verblassen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Ruby Jurkeit in der Ausstellung „Gedanken-Brüche“ in der Galerie Bezirk Oberbayern. Für ihr Werk „Das tragbare Gedächtnis“ übertrug sie Texte und Zeichnungen ihrer an Demenz erkrankten Großmutter auf Keramikscheiben. Zusammengesetzt bilden sie ein Objekt, das Kopf und Schultern bedeckt – Erinnerungen werden so zu etwas Greifbarem.
Auch die Künstlerin Katharina Schellenberger beschäftigt sich mit Erinnerung und Verletzlichkeit. Sie kombiniert Malerei mit Fundstücken, darunter eine alte Blechbadewanne voller Scherben. Bis 2. Dezember 2026 zeigt die gemeinsame Ausstellung, wie persönliche Geschichten durch Keramik, Malerei und ungewöhnliche Materialien über die Leinwand hinausgehen.
👉 Ruby Jurkeits „Das tragbare Gedächtnis“ macht Erinnerungen auf Keramik sichtbar und verleiht ihnen eine körperliche Form.
Euer Besuch: Prinzregentenstraße 14, im Foyer der Bezirksverwaltung. Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr; feiertags geschlossen. Eintritt frei. Zum Begleitprogramm gehören eine Tastführung am 13.11. und eine Führung in Deutscher Gebärdensprache mit Übersetzung für Hörende am 18.11.2026.
Häufige Fragen zu den Museen und Ausstellungen
Welche der vorgestellten Orte könnt ihr kostenlos besuchen?
Das Abgussmuseum, die Galerie Bezirk Oberbayern und die Ausstellung im Zentralinstitut für Kunstgeschichte sind kostenlos zugänglich.
Welche Tipps könnt ihr direkt miteinander verbinden?
Abgussmuseum und Zentralinstitut für Kunstgeschichte liegen im selben Gebäude. Auch die Villa Stuck und die Galerie Bezirk Oberbayern lassen sich verbinden: Beide liegen an der Prinzregentenstraße.
Welche Häuser öffnen auch am Abend?
Das Abgussmuseum und die Ausstellung im Zentralinstitut öffnen montags bis freitags bis 20 Uhr, die Galerie Bezirk Oberbayern bis 19 Uhr. Die Villa Stuck öffnet mittwochs bis 20 Uhr und am ersten Freitag im Monat bis 22 Uhr.
Wo könnt ihr eine begehbare Kunstinstallation erleben?
„Mater“ im Museum Villa Stuck führt euch durch einen Parcours mit Spiegeln, Glas, Klang und bewegten Bildern.
In Kooperation mit dem Kulturreferat und den Museen
Dieser Beitrag über die Münchner Museen wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und ist in Kooperation mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern konzipiert worden. Die Inhalte wurden zwischen den beteiligten Museen und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.