Kommt mit auf unseren Altstadt-Spaziergang!

St. Jakobs Platz, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Genießt mit uns die Sonne in der Münchner Altstadt - auf 8 Stationen! Dort versteckt sich auch für Gscheidhaferl noch das ein oder andere Geheimnis...

Sankt-Jakobs-Platz: Wo es Stadtgeschichte zum Anfassen gibt

Sagen wir's, wie es ist: der Sankt-Jakobs-Platz mit der Synagoge Ohel Jakob, dem Jüdischen Museum und dem Stadtmuseum ist einer der schönsten Münchner Plätze. Hier könnt Ihr in der Sonne sitzen und im gemütlichen Stadtcafé einkehren. Aber sagt nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt - die Kuchenauswahl ist enorm! Kultige Geschenke und allerlei schönen München-Schnickschnack gibt es im "Servus Heimat"-Shop im Stadtmuseum.

Eine echte Besonderheit direkt neben dem Sankt-Jakobs-Platz: Originale Überreste des Siegestors. Zwar liegt der Triumphbogen eigentlich mehr als zwei Kilometer weiter nördlich, aber in der Nieserstraße liegen Bruchstücke frei herum. Das kommt daher, dass das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Tor 1958 nicht komplett wiederaufgebaut wurde. Die übrigen Teile landeten hier.

Hofgarten: Wo Ihr bestens zur Ruhe kommt

Hofgarten im Herbst, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Schöner als im Hofgarten könnt Ihr in München kaum entspannen. An Herbstabenden ist der Park einfach nur schön mit seinen Wandmalereien unter den Arkaden oder den Boule-Spielern, die stoisch ihre Kugeln werfen. Der Dianatempel in der Parkmitte wird gerne mal für Fotoshootings oder Salsa-Tanzkurse genutzt. Schaut ihn Euch an, dann wisst Ihr, wieso. Den mondänsten Kaffee der Stadt trinkt Ihr dann nebenan im Café Tambosi mit Blick auf die Feldherrnhalle.

Karlsplatz: Wo es "zugeht wie am Stachus"

Karlsplatz Stachus, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

"Da geht's ja zu wie am Stachus", sagt der Münchner gerne. Und nennt den Platz niemals Karlsplatz - auch wenn er offiziell so heißt. Der sprudelnde Hingucker ist natürlich der Brunnen, der nach fast einjähriger Sanierung seit September wieder auf Hochtouren läuft. Am westlichen Ende der Fußgängerzone ist zudem immer High Life, und vielleicht lauft Ihr so mancher schräger Gestalt über den Weg. Aber die grinsenden Köpfe im historischen Karlstor verraten Euch, dass die in München auch früher schon unterwegs waren.

Unter den sogenannten Kragenköpfen befinden sich nämlich Unikate wie der Finessensepperl, ein Liebesbrief-Austräger, der auch das ein oder andere Rendezvous arrangiert haben soll – also quasi ein Partnervermittler des 19. Jahrhunderts. Na, wenn's bei diesem Spaziergang nicht gefunkt hat, wissen wir auch nicht.

Feldherrnhalle und Viscardigasse: Wo einst getrickst wurde

Die Viscardigasse, Foto: muenchen.de/Katy Spichal
Foto: muenchen.de/Katy Spichal

Richtig schön italienisch schaut er aus, unser Odeonsplatz mit der Feldherrnhalle. Lasst Euch mal kurz auf der Treppe nieder und schaut die ganze Ludwigstraße hoch bis zum Siegestor.

Eine besondere Geschichte besitzt die Viscardigasse hinter der Feldherrnhalle. Da nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten vor dem errichteten Ehrenmal Tag und Nacht eine SS-Wache stand, die von allen Vorübergehenden einen Gruß an die Gefallenen des Hitlerputsches erwartete, mieden trickreiche Münchner die Stelle und benutzten die kleine Seitenstraße, die deshalb auch Drückebergergasse genannt wurde. Heute erinnert dort eine etwa 30 cm breite Bronzespur an die schlaue Ausweichtaktik.

The Lovelace und Literaturhaus: Wo Kultur Spaß macht

Das Literaturhaus München im Frühling, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann
Foto: muenchen.de/Michael Hofmann


Jetzt geht's durch die Salvatorstraße in die Kardinal-Faulhaber-Straße. Hier, im wuchtigen Palais der ehemaligen königlichen Filialbank, ist noch bis 2019 das Pop-Up-Hotel The Lovelace zu finden. Die Macher bieten Euch auf mehreren Etagen alles, was eine Zwischennutzung ausmacht: Bars, abendliche Livemusik und Kulturevents, aber eben auch Hotelzimmer. Im Erdgeschoss gibt's ein nettes Tagescafé, die Dachterrasse mit tollem Frauenkirchen-Panorama könnt Ihr ebenfalls besuchen.

Ein paar Meter weiter die Straße hoch steht das Literaturhaus. Wenn nicht gerade Lesungen oder eine Sonderausstellung einen Besuch lohnen, dann definitiv die Brasserie OskarMaria im Erdgeschoss. Benannt nach Literatur-Rebell Oskar Maria Graf, dessen Zitate wie "Mehr Sexualität, die Herrschaften!" den Boden des Kaffeegeschirrs zieren. Mehr Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre als hier gibt es nur noch ums Eck im Café Luitpold mit seinem Palmengarten.
 

Viktualienmarkt: Wo jeder Hunger gestillt wird

Viktualienmarkt, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

 

Ihr habt Hunger vom Sightseeing? Dann ist der Viktualienmarkt der Ort der Stunde - zumindest wenn nicht Sonntag ist, denn da haben die Buden zu. An allen anderen Tagen bieten Sie Euch eine riesige Auswahl von der Fischsemmel über Antipasti bis zur Kartoffelpfanne und dem Smoothie. Schwieriger ist eher sich auf den 22.000 Quadratmetern zu entscheiden. Der schöne Biergarten auf dem Markt hat aber an sieben Tagen die Woche geöffnet. Während Ihr die Stärkung Eurer Wahl sucht, achtet mal auf die Brunnendenkmäler, die auf dem Markt verteilt sind! Sechs Münchner Persönlichkeiten könnt Ihr hier antreffen - etwa den legendären Karl Valentin.

Der Marienplatz: Wo Ihr hoch hinaus könnt

Münchens Panorama mit Rathaus und Frauenkirche


Wenn Ihr am Marienplatz einer Dame den Hof machen wollt: Direkt vor dem Alten Rathaus steht stolz die "bezaubernde Julia", ein Geschenk der Partnerstadt Verona. Münchens Romantiker legen ihr regelmäßig Blumensträuße in die Arme. Immer erfrischend ist der Fischbrunnen und einer der beliebtesten Treffpunkte der Münchner.

Das Neue Rathaus kennt Ihr natürlich. Aber wie oft wart Ihr schon auf dem Rathausturm oben? Höchste Zeit, den Hammer-Ausblick über die Dächer der Innenstadt mal wieder zu erleben - sogar den Monopteros im Englischen Garten seht Ihr ganz locker.

Kaum weniger schön ist die Aussichtsplattform auf dem Alten Peter. Auch hier heißt es: "Hoch geht's!". Allerdings gilt noch das Prinzip „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Der Aussichtsplattform gehen rund 300 Stufen voraus. Aber es lohnt sich: Bei Föhn seht Ihr bis zu 100 Kilometer weit.

Sind die beiden Türme mal nicht zugänglich, entschädigen zwei Alternativen: Vom Café Glockenspiel aus habt Ihr ebenfalls einen herrlichen Blick auf Rathaus und Marienplatz - und schräg gegenüber im Kaufhaus Ludwig Beck öffnet auch das Monaco Café die Aussicht auf das Treiben im Herzen der Stadt. 

Frauenkirche: Wo der Teufel seinen Fußabdruck hinterließ

Frauenkirche, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

 
Wann wart Ihr das letzte Mal in der Frauenkirche? Bestimmt ist das schon wieder viel zu lange her, darum holen wir das jetzt nach. Den Blick nach unten gerichtet: gleich beim Eingang findet Ihr den Teufelstritt. Der Leibhaftige persönlich soll hier dem Geschick des Kirchenbaumeisters auf den Leim gegangen sein und einen "Fußabdruck" im Steinboden hinterlassen haben. Glaubt Ihr nicht? Ziemlich reell sind jedenfalls die alten verwitterten Grabplatten an der Außenwand der Kirche. Versucht mal, die Jahrhunderte alten Inschriften zu entziffern, und Ihr fühlt Euch wie in einem Dan-Brown-Roman.

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