Entdeckt mit uns die Altstadt

Hofgarten im Herbst, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Zum Verlieben: Die schönsten Ecken in der Altstadt

Spaziert durch den Hofgarten oder gönnt Euch ein Sonnenbad am Max-Joseph-Platz! Auf 9 Stationen nehmen wir Euch mit durch Münchens wunderschöne Altstadt - und für Gscheidhaferl haben wir noch das ein oder andere Geheimnis parat...

Hofgarten: Wo Ihr bestens zur Ruhe kommt

Schöner als im Hofgarten könnt Ihr in München kaum entspannen. Der Park leuchtet zu jeder Jahreszeit - im Herbst gibt es rund um den Dianatempel immer noch viel zu entdecken. Zum Beispiel die Wandmalereien unter den Arkaden - die sind immer sehenswert. Vielleicht trefft Ihr sogar Boule-Spieler in Aktion. Der Dianatempel in der Parkmitte sieht sowieso bezaubernd aus - und auch den Blick auf die Theatinerkirche solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen. Den mondänsten Kaffee der Stadt trinkt Ihr dann nebenan im Café Tambosi mit Aussicht auf die Feldherrnhalle.

Ein Sonnenbad am Max-Joseph-Platz

Max-Joseph-Platz in München, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

Manchmal haben die Touristen halt einfach Recht: Am Max-Joseph-Platz ist es wirklich schön - und deshalb solltet Ihr ruhig mal auf den Treppenstufen der Oper vorbeischauen. Nehmt Euch euren Mittagssnack oder ein gutes Buch einfach mit - und kommt bestens zur Ruhe. Sonst tut es auch der Sockel des Königsbaus der Residenz. Mittags bekommt Ihr hier ein herrliches Sonnenbad ab (Foto). Außerdem macht's richtig Spaß, dem Treiben zuzusehen. Wenn Ihr Glück habt, erblickt Ihr sogar einen Skater, der auf dem Platz seine Tricks übt.

Mehr Infos zum Max-Joseph-Platz

Feldherrnhalle und Viscardigasse: Wo einst getrickst wurde

Der Odeonsplatz mit Feldherrnhalle und Theatinerkirche

Richtig schön italienisch schaut er aus, unser Odeonsplatz mit der Feldherrnhalle. Der Blick die gesamte Ludwigstraße hoch bis zum Siegestor verliert auch nach der hundertsten Wiederholung nicht seinen Reiz.

Eine besondere Geschichte besitzt aber die Viscardigasse hinter der Feldherrnhalle: Da nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten vor dem errichteten Ehrenmal Tag und Nacht eine SS-Wache stand, die von allen Vorübergehenden einen Gruß an die Gefallenen des Hitlerputsches erwartete, mieden trickreiche Münchner die Stelle und benutzten die kleine Seitenstraße, die deshalb auch Drückebergergasse genannt wurde. Heute erinnert dort eine etwa 30 cm breite Bronzespur an die schlaue Ausweichtaktik.

Sankt-Jakobs-Platz: Wo es Stadtgeschichte zum Anfassen gibt

St. Jakobs Platz, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Sagen wir's, wie es ist: der Sankt-Jakobs-Platz mit der Synagoge Ohel Jakob, dem Jüdischen Museum und dem Stadtmuseum ist einer der schönsten Münchner Plätze. Hier könnt Ihr in der Sonne sitzen und im gemütlichen Stadtcafé einkehren. Aber sagt nicht, wir hätten Euch nicht gewarnt - die Kuchenauswahl ist enorm! Kultige Geschenke und allerlei schönen München-Schnickschnack gibt es im "Servus Heimat"-Shop im Stadtmuseum.

Eine echte Besonderheit direkt neben dem Sankt-Jakobs-Platz: Originale Überreste des Siegestors. Zwar liegt der Triumphbogen eigentlich mehr als zwei Kilometer weiter nördlich, aber in der Nieserstraße liegen Bruchstücke frei herum. Das kommt daher, dass das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Tor 1958 nicht komplett wiederaufgebaut wurde. Die übrigen Teile landeten hier.

Karlsplatz: Wo es "zugeht wie am Stachus"

Karlsplatz Stachus, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

"Da geht's ja zu wie am Stachus", sagt der Münchner gerne. Und nennt den Platz niemals Karlsplatz - auch wenn er offiziell so heißt. Im Sommer ist der sprudelnde Hingucker natürlich der Brunnen - aber auch im Herbst bieten die Steinsitze drum herum ein wunderbares Plätzchen zum Ausruhen. Am westlichen Ende der Fußgängerzone ist immer High Life und vielleicht lauft Ihr so mancher schräger Gestalt über den Weg. Aber die grinsenden Köpfe im historischen Karlstor verraten Euch, dass die in München auch früher schon unterwegs waren.

Unter den sogenannten Kragenköpfen befinden sich nämlich Unikate wie der Finessensepperl, ein Liebesbrief-Austräger, der auch das ein oder andere Rendezvous arrangiert haben soll – also quasi ein Partnervermittler des 19. Jahrhunderts. Na, wenn's bei diesem Spaziergang nicht gefunkt hat, wissen wir auch nicht.

Frauenkirche: Wo der Teufel seinen Fußabdruck hinterließ

Frauenkirche in München, Foto: shutterstock
Foto: shutterstock

 
Wann wart Ihr das letzte Mal in der Frauenkirche? Bestimmt ist das schon wieder viel zu lange her, darum holen wir das jetzt nach. Den Blick nach unten gerichtet: Gleich beim Eingang findet Ihr den Teufelstritt. Der Leibhaftige persönlich soll hier dem Geschick des Kirchenbaumeisters auf den Leim gegangen sein und einen "Fußabdruck" im Steinboden hinterlassen haben. Glaubt Ihr nicht? Ziemlich reell sind jedenfalls die alten verwitterten Grabplatten an der Außenwand der Kirche. Versucht mal, die Jahrhunderte alten Inschriften zu entziffern und Ihr fühlt Euch wie in einem Dan-Brown-Roman.

Literaturhaus: Wo Kultur Spaß macht

Das Literaturhaus München im Frühling, Foto: muenchen.de/Michael Hofmann
Foto: muenchen.de/Michael Hofmann

Ihr seid auf der Suche nach neuer literarischer Inspiration? Dann auf ins Literaturhaus am Salvatorplatz! Wenn nicht gerade prominente Autoren eine Lesung halten oder eine Sonderausstellung stattfindet, lohnt sich der Besuch trotzdem - wegen der Brasserie OskarMaria im Erdgeschoss. Benannt nach Literatur-Rebell Oskar Maria Graf, dessen Zitate wie "Mehr Sexualität, die Herrschaften!" den Boden des Kaffeegeschirrs zieren. Mehr Wiener Kaffeehaus-Atmosphäre als hier gibt es nur noch ums Eck im Café Luitpold mit seinem Palmengarten.

Der Marienplatz: Wo ihr beste Aussichten habt

Impressionen vom Münchner Marienplatz, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Am Marienplatz ist die Jahreszeit ziemlich egal - es ist viel los und Ihr bekommt immer was zu sehen. Zum Beispiel Blumensträuße. Münchens Romantiker legen sie regelmäßig der "bezaubernden Julia" vor dem Alten Rathaus in die Arme. Die Statue ist ein Geschenk der Partnerstadt Verona.

Im Sommer kriegen altbekannte Ansichten oft einen ganz neuen Reiz. Die ideale Gelegenheit, mal wieder auf den Rathausturm zu fahren! Der Ausblick über die Dächer der Innenstadt ist der Hammer - sogar den Monopteros im Englischen Garten seht Ihr hier manchmal.

Kaum weniger schön ist die Aussichtsplattform auf dem Alten Peter. Hier gilt allerdings noch das Prinzip „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Der Aussichtsplattform gehen rund 300 Stufen voraus. Aber es lohnt sich: Bei Föhn seht Ihr bis zu 100 Kilometer weit.

Sind die beiden Türme mal nicht zugänglich, entschädigen zwei Alternativen: Vom Café Glockenspiel aus habt Ihr ebenfalls einen herrlichen Blick auf Rathaus und Marienplatz - und schräg gegenüber im Kaufhaus Ludwig Beck öffnet auch das Monaco Café die Aussicht auf das Treiben im Herzen der Stadt. 

Viktualienmarkt: Wo jeder Hunger gestillt wird

Altstadt mit Viktualienmarkt

Ihr habt Hunger vom Sightseeing? Dann ist der Viktualienmarkt der Ort der Stunde - zumindest wenn nicht Sonn- oder Feiertag ist, denn da haben die Buden zu. An allen anderen Tagen bieten Sie Euch eine riesige Auswahl von der Fischsemmel über Antipasti bis zur Kartoffelpfanne und dem Smoothie. Schwieriger ist eher sich auf den 22.000 Quadratmetern zu entscheiden. Zwar hat der schöne Biergarten auf dem Markt nur bei warmen Temperaturen geöffnet, aber dafür findet Ihr hier und da gemütliche Bänke und Sitzgelegenheiten. Während Ihr die Stärkung Eurer Wahl sucht, achtet mal auf die Brunnendenkmäler, die auf dem Markt verteilt sind! Sechs Münchner Persönlichkeiten könnt Ihr hier antreffen - etwa den legendären Karl Valentin.

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