Haidhausen

Der Wiener Platz in Haidhausen bei Sonnenschein

Haidhausen ist sowohl ein beliebtes Szene- und Amüsierviertel, aber dennoch auch eine ruhige Wohngegend. Denn der Stadtteil am östlichen Isarhochufer ist nicht ganz so lebhaft wie das Gärtnerplatzviertel und nicht ganz so umtriebig wie Schwabing - und hat trotzdem alles zu bieten, was das Herz begehrt.

Haidhausen in Bildern

Kulturelle Highlights und hohe Lebensqualität

Der Gasteig, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Haidhausens Straßenbild ist neben den zahlreichen Cafés, Kneipen und Restaurants durch viele Boutiquen, Antiquitätengeschäfte und Galerien geprägt. Das Viertel ist heute vor allem Dank Gasteig und Muffatwerk ein zentraler Punkt und Begegnungsort der Münchner Musik und Kultur. Im mächtigen Backsteinbau am Knick der Rosenheimer Straße befindet sich das Kulturzentrum am Gasteig, das die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, das Richard-Strauss-Konservatorium und die Philharmonie beherbergt.

Das Üblacker Häusl in Haidhausen, Foto: Ingo Glass
Foto: Ingo Glass

Das historische Stadtteilbild von Haidhausen wurde im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört, sondern blieb weitgehend erhalten - ein Glücksfall für Altbau-Liebhaber. Vor allem das gründerzeitliche "Franzosenviertel" rund um den Pariser Platz westlich des Ostbahnhofs wurde verschont. Etwa zwei Drittel aller Wohnhäuser stammen noch aus der Zeit vor 1914. Durch das vielfältige Kulturangebot, die abwechslungsreichen Freizeitmöglichkeiten und die Nähe zum Zentrum zählt Haidhausen zu den beliebtesten Wohngebieten Münchens.

Shopping, Essen und Übernachten

Freizeit und Museen

Sommer an den Isarauen, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Ein grünes Band der Ruhe und Erholung bieten die Baum- und somit Schattenreichen Maximiliansanlagen, die das rechte Isarufer vom Gasteig und rund um das Maximilianeum bis nach Bogenhausen säumen. An der nördlichen Grenze des Stadtteils liegt das Museum Villa Stuck, das ehemalige Wohnhaus des „Malerfürsten“ Franz von Stuck. Die Lothringer13 im Franzosenviertel ist eine von Freunden junger, internationaler Gegenwartskunst gern besuchte Kultureinrichtung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

Insidertipps für Haidhausen

Müller'sches Volksbad

Müller'sches Volksbad, Foto: Robert Goetzfried
Foto: Robert Goetzfried

Das Müller'sche Volksbad direkt an der Isar, eines der wenigen Jugendstil-Bäder in Deutschland, ist ein wunderbarer Ort zum Relaxen. Im ältesten öffentlichen Hallenbad Münchens und dem zur Zeit seiner Fertigstellung 1901 gar größten und teuersten Schwimmbad der Welt können die Besucher auch heute noch stilvoll baden und saunieren. Das große Becken wird von einem eindrucksvollen Tonnengewölbe mit Galerie gekrönt. Auch zahlreiche an den Barock angelehnte Elemente wie Wandmalereien, Stuck, Bronzestatuen und verzierte Eisengitter finden sich in dem Bad. Mehr Informationen zum Müller'schen Volksbad

Haidhausen kurios

Dass im Maximilianeum der Bayerische Landtag seinen Sitz hat, ist weithin bekannt. Außerdem sitzt hier aber auch die Stiftung Maximilianeum, die 1852 von König Max II. ins Leben gerufen wurde. Sie vergibt Stipendien für ein Studium in München an hochbegabte Schüler, die dann auch in dem prachtvollen Bauwerk wohnen. Die Stiftung arbeitet durchaus erfolgreich, wenn man sich die Liste bisheriger Stipendiaten einmal ansieht. Denn unter ihnen befinden sich etwa der Schriftsteller Carl Amery, Physiknobelpreisträger Werner Heisenberg und nicht zuletzt der frühere bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß…

Historisches: Von der Arbeitervorstadt zum Szeneviertel

An der Kreppe, Foto: muenchen.de/Leonie Liebich
Foto: muenchen.de/Leonie Liebich

Der Name "Heidhusir" taucht zum ersten Mal im Jahre 808 auf und bedeutet "Häuser auf der Heide". Im Mittelalter ermöglichte der lehmhaltige Boden vor Ort die Produktion von Ziegeln, die für zahlreiche Münchner Bauwerke wie die Frauenkirche oder die Residenz verwendet wurden. Wie auch die Au war Haidhausen ein Herbergsviertel für Handwerker, Kleingewerbetreibende, Arbeiter und Tagelöhner vor den Toren der Stadt. Viele kleine Herbergshäuser, etwa am Hohlweg "An der Kreppe" am Wiener Platz oder dem östlichen Ende der Preysingstraße erinnern an die ärmlichen und beengten Lebens- und Arbeitsverhältnisse der damaligen Zeit.

Wiener Platz, Foto: Katy Spichal
Foto: Katy Spichal

In den Kellern am Isarhochufer von Haidhausen, im Gebiet des heutigen Gasteigs, kühlten um das Jahr 1800 - Kühlschränke waren noch nicht erfunden - mehr als 50 Münchner Brauereien ihr kostbares Bier - der Name der Kellerstraße erinnert noch heute daran. Das ehemalige Dorf außerhalb der Stadt wurde 1854 nach München eingemeindet und in der Gründerzeit, insbesondere in den Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Deutsch-Französischem Krieg von 1870/71, entwickelte sich Haidhausen zu einer klassischen Arbeitervorstadt. Der Stadtteil expandierte, Wohnraum musste geschaffen werden für die wachsende Zahl der Beamten, Angestellten und Arbeiter in der Stadt. Nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich entstand deshalb in Haidhausen das "Franzosenviertel", gegliedert nach den Prinzipien französischer Stadtplanung mit breiten Straßen und Boulevards, benannt nach Schlachtorten des Krieges von 1870/71.

In den 1970er Jahren wurde Haidhausen aufgrund der alten Bausubstanz zum großen Sanierungsgebiet Münchens. Der Strukturwandel brachte auch eine Veränderung des Stadtteillebens mit sich: Aus dem ehemaligen Glasscherbenviertel wurde ein Szene- und Amüsierviertel. Die traditionell ausgewogene Mischung von Wohn- und Gewerbegebieten verändert sich nach wie vor. In Haidhausen entfällt mittlerweile ein Großteil der Arbeitsplätze auf den Dienstleistungssektor und den öffentlichen Bereich. Unter den öffentlichen Einrichtungen sind vor allem der Bayerische Landtag im Maximilianeum und das Klinikum Rechts der Isar zu nennen.

Abgrenzung Haidhausen

Haidhausen liegt, nur durch die Isar vom Zentrum getrennt, auf der östlichen Isarhochterrasse. Der Stadtteil grenzt im Norden an Bogenhausen, im Osten an Berg am Laim, im Süden an die Au und im Westen schließt der Stadtteil mit der Isar ab. Haidhausen ist sowohl durch die S-Bahn-Stammstrecke am Rosenheimer Platz und dem Ostbahnhof, als auch mit den Linien U4 und U5 der U-Bahn am Max-Weber-Platz, sowie mehrere Trambahnlinien optimal erreichbar und somit auf mehreren Wegen direkt ans Zentrum angebunden.

Haidhausen in Zahlen

Haidhausen bildet zusammen mit der Au den Münchner Stadtbezirk 5.

- Einwohner des Stadtbezirks: 61.999
- Einwohnerdichte des Stadtbezirks je Hektar: 147
- Fläche in Hektar: 421,96
(Zahlen: Statistisches Amt 2017)

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