25 Jahre auf der Auer Dult: Wirtschaftsreferent Baumgärtner ehrt Jubilare

Dult-Chef Clemens Baumgärtner ehrt drei Marktkaufleute, die seit 25 Jahren auf der Auer Dult sind, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Teppiche und Keramikgeschirr: Handwerks-Tradition auf der Auer Dult

Trotz Corona gab es auf der Kirchweihdult 2020 vom 17. bis 25. Oktober ohne jegliches Gedränge viel Handgemachtes zu entdecken: zum Beispiel Teppiche, Trachtenstoffe und Keramikgeschirr von Handwerksmeistern. Drei von ihnen wurden von Dult-Chef Clemens Baumgärtner für 25 Jahre Treue geehrt.

25 Jahre handgefertigtes Keramikgeschirr auf der Dult: Dorothe Hahn

Dorothe Hahn: Seit 25 Jahren auf der Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Dorothe Hahn ist gebürtige Münchnerin und Töpfermeisterin mit eigener Werkstatt im Chiemgau. Ihre Lieblingsfarbe sieht man gleich an ihrem Stand, den sie seit 1995 auf der Auer Dult hat: dunkles Türkispetrol. So unterschiedlich Hahns Tassen, Teller, Reindln, Schalen, Teekannen und Brottöpfe sind: alle harmonieren mit dieser Farbe, deutlich ist Dorothe Hahns Keramik-Handschrift zu erkennen. 

Sofort hatte es damals nicht geklappt mit dem Stand auf der Dult – ein paar Jahre Geduld brauchte die Keramikhandwerk-Meisterin, bis sie die Zulassung erhielt. Das ist nun 25 Jahre her. Dult, das ist für Dorothe Hahn „das pralle Leben“, sie freut sich über den Zusammenhalt mit den anderen Standl-Betreibern und natürlich über den Austausch mit den Münchnern.

Wer ein Geschirrstück oder eine ganze Serie von ihrem Stand am Fuße der Mariahilfkirche mit nach Hause nimmt, hat immer ein Unikat gekauft: Jedes einzelne Stück ist handgetöpfert und wird mit flüssigem, gefärbten Ton bemalt. 

Video: Dult-Chef Baumgärtner über die Jubilare und die Kirchweihdult

Rot und blau an einem Dult-Standl: Bei Mathias Graebner ist's möglich

Dult-Jubilar Mathias Graebner mit Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Der Duft von Ton – was wie ein Filmtitel klingt, ist mitverantwortlich dafür, dass Mathias Graebner aus Nymphenburg seit 25 Jahren sein Keramikgeschirr in kräftigen, bunten Farben auf der Auer Dult verkauft. Schon lang vorher, als Fünftklässler, stieg ihm dieser gute Geruch in der Schule zum ersten Mal in die Nase – und hat ihn bis heute nie wieder losgelassen. 

„Ehrliche Arbeit“ ist das Töpfern von Keramik, das schätzt Graebner an seinem Beruf, seiner Leidenschaft. Mit den eigenen Händen etwas schaffen und dabei unabhängig und im direkten Kontakt mit den Menschen zu sein, die seine Ware kaufen und sich zu Hause daran freuen: Auf der Auer Dult lässt sich das am besten umsetzen.

Was Graebner noch an der Dult liebt? Dass es eben nicht nur ums Geschäft gehe, sondern auch ums Miteinander, dass die verkauften Dinge keine Massenware sind, sondern „eine Seele haben“ und welch ursprüngliches, altmünchnerisches Fest die Dult ist. Dieser besonderen Stimmung kann nicht mal eine Pandemie mit ihren Folgen etwas anhaben. 

Lust auf einen Dult-Besuch? Die FAQs zu den Corona-Regeln auf der Auer Dult findet Ihr hier
 

Vom Fleckerlteppich bis zur Trachtenjacke: Norbert Bernegger

RAW-Chef Clemens Baumgärtner ehrt Norbert Bernegger für 25 Jahre Auer Dult, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher Clemens Baumgärtner (Referent für Arbeit und Wirtschaft) überreicht Norbert Bernegger die Urkunde für 25 Jahre Dult

„Wir feiern jede Dult und schätzen sie ungemein“, sagt Handwebermeister Norbert Bernegger – und das ebenfalls schon seit 1995. Sein Vater war sogar schon 1969, also vor über 50 Jahren, zum ersten Mal auf der Auer Dult vertreten. Klar, dass Bernegger besonders froh ist, dass die Kirchweihdult 2020 trotz Corona stattfinden kann.

Zwar kann man die bunten, handgewebten Teppiche, aber auch Socken oder Trachtenjacken auch ohne Dult im Ladengeschäft in der Steinstraße in Haidhausen kaufen – dennoch ist die Dult für Bernegger was ganz Besonderes. Im Gespräch mit den Kunden ergeben sich oft ganz neue Ideen: „Da kommt zum Beispiel jemand an meinen Stand, weil ihm ein weiß-blauer Läufer gefällt, aber für seinen Flur bräuchte er ihn in einer anderen Größe. Diese Wünsche können wir dann in der Handweberei in Großkarolinenfeld umsetzen – weil die Teppiche eben nicht von der Stange sind.“

Früher gab es mehrere Weber-Standln auf der Auer Dult, heute ist Norbert Bernegger der einzige auf dem Mariahilfplatz. Wer also daheim etwas traditionelles und Besonderes unter den Füßen haben möchte, sollte mal vorbeischauen. 

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