Ob räumlich oder thematische Nähe: Diese Museen solltet ihr miteinander verbinden

Museums-Kombinationen in München

November ist Museumszeit! Wenn es draußen kalt wird, lassen sich in München mehrere spannende Ausstellungen wunderbar verbinden. Wir haben Museumskombinationen ausgewählt, die sich dank kurzer Wege oder thematischer Nähe perfekt an einem Tag besuchen lassen.

Collage - Museumskombinationen
Collage: muenchen.de

Museen, die thematisch zusammenpassen

MUCA, KUNSTLABOR 2 und AMUSEUM: Alles für Streetart-Fans

Streetart: Muca, Kunstlabor 2, Amuseum
MUCA/Goettlicher/AMUSEUM of Contemporary Art

Ein Besuch des Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA) in der Münchner Altstadt lohnt sich allein schon wegen des ziemlich ungewöhnlichen Gebäudes (ein ehemaliges Heizkraftwerk der SWM). Noch bis 1. März 2026 läuft die Ausstellung „Strata“ des Urban-Art-Künstlers Vhils, der in seinen Werken mit vielfältigen Materialien arbeitet.

Dann könnt ihr zum Partnerhaus des MUCA, dem KUNSTLABOR 2 weiterziehen: Auf fast 15.000 Quadratmeter Fläche könnt ihr hier die individuell gestalteten Räume von internationalen Künstler*innen bestaunen. Derzeit übrigens ein heißer Tipp für Familien, denn bis 15. Februar stellt dort der französische Straßenkünstler Julien Malland Mitmachaktionen unter dem Titel „Seth's SPIEL(T)RÄUME“ aus – eine Ausstellung, die sich vor allem an Kinder richtet.

In der Nähe des LMU-Hauptgebäudes gibt es ebenfalls Streetart pur: Das AMUSEUM of Contemporary Art arbeitet mit international renommierten Street-Art-Künstler*innen zusammen, um deren meist anonymes Schaffen authentisch zu dokumentieren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Derzeit läuft die Ausstellung „Copy + Paste“, die zeigt, wie die Punk-Rock-Bewegung in der Streetart aufgesaugt wurde und weiterlebt.

Zentralinstitut für Kunstgeschichte und Lenbachhaus: Entdeckt Lovis Corinth

Zentralinstitut für Kunstgeschichte und Lovis Corinth-Selbstbildnis
ZI für Kunstgeschichte/Lenbachhaus

Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI) in der Nähe des Königsplatzes verfügt über eine beeindruckende kunsthistorische Fachbibliothek und hat zusätzlich immer wieder spannende Ausstellungen im Angebot. Aktuell könnt ihr bis 6. März alles über die Rezeptionsgeschichte des Künstlers Lovis Corinth (1858-1925) erfahren, der jahrzehntelang in München wirkte und dessen Bedeutung sich in der Nachwelt öfter wandelte. Heute gilt Corinth als einer der bedeutendsten deutschen Künstler der Moderne. 

Auf der anderen Seite des Königsplatzes könnt ihr Werke von Lovis Corinth im Original bewundern: Das Lenbachhaus hat zahlreiche Gemälde und Postkarten von Corinth in seiner Sammlung. Aktuell sind Höhepunkte seines Schaffens in der Sonderausstellung über Vergänglichkeit in der Kunst "Was zu verschwinden droht, wird Bild" ausgestellt. Zu sehen sind u.a. die Gemälde "Der Walchensee bei Mondschein" und das ikonische "Selbstbildnis mit Skelett".

Jüdisches Museum und NS-Dokuzentrum: Leben und Schicksal der Münchner Juden

Jüdisches Museum/NS-Dokuzentrum
Daniel Schwarcz/nsdoku

Das Jüdische Museum neben der Synagoge Ohel Jakob vermittelt euch tiefe Einblicke in jüdische Kultur und Leben in München und eröffnet zugleich immer wieder einen hoffnungsvollen, reflektierten Blick zurück. Doch die dunklen Seiten werden nicht ausgespart: Die aktuelle Ausstellung „Die Dritte Generation“ beschäftigt sich mit der Frage, welche Traumata der Holocaust bei Überlebenden, aber auch ihren Nachkommen ausgelöst hat. 

Wer sich mit dem Schicksal der Jüdinnen und Juden in München sowie den historischen Hintergründen des Nationalsozialismus auseinandersetzen möchte, findet im NS-Dokumentationszentrum am Königsplatz einen zentralen Lern- und Erinnerungsort. Das Haus, das kostenlos besucht werden kann, zeichnet die Entwicklungen in München während der NS-Zeit nach, erklärt die besondere Rolle der Stadt im nationalsozialistischen Machtapparat und bietet zudem regelmäßig Sonderausstellungen, Podiumsdiskussionen und Workshops an, die sich kritisch mit dem Erbe des Nazi-Regimes beschäftigen.

Museen in räumlicher Nähe

Haus der Kunst und Galerie Bezirk Oberbayern: Abwechslung am Englischen Garten

Haus der Kunst/Galerie Bezirk Oberbayern
Jens Weber/Benjamin Schmidt

Das Haus der Kunst am Englischen Garten ist eines der abwechslungsreichsten Ausstellungshäuser der Stadt, was auch daran liegt, dass es hier keine Dauerausstellung gibt, sondern stets international renommierte Künstler*innen ihre Werke in Sonderausstellungen präsentieren. Derzeit könnt ihr euch beispielsweise eine magnetische Installation von Koo Jeong A anschauen, Cyprien Gaillard zeigt sein Werk „Wassermusik“ und bei „Mega Please Draw Freely“ von Ei Arakawa-Nash dürft ihr sogar selbst kreativ werden.

Genau gegenüber vom Haus der Kunst, auf der anderen Seite der Prinzregentenstraße, liegt die Galerie Bezirk Oberbayern. In den Ausstellungsräumen steht Inklusion ganz oben auf der Agenda. Hier werden mehrmals im Jahr Doppelausstellungen von Künstler*innen mit und ohne Behinderung gezeigt, zum inklusiven Rahmenprogramm gehören u.a. Rundgänge in leichter Sprache. Noch bis 20. Februar 2026 stellen dort unter dem Titel „Bemusterung“ Ergül Cengiz und Christian Wichmann ihre Skulpturen und Bilder aus, die aus gebrauchtem Spielzeug und lichtdurchlässigen Recycling-Materialien entstanden sind.

Schloss Nymphenburg mit Marstallmuseum und Botanischer Garten

Marstall/Botanischer Garten
Bayerische Schlösserverwaltung/Shutterstock

Wenn ihr einen königlichen Nachmittag erleben wollt, dann fahrt zum Schloss Nymphenburg: Schlendert durch die prachtvollen Schlossgänge, seht euch im Geburtszimmer von Ludwig II. um oder bestaunt im Marstallmuseum historische Kutschen und in der Nymphenburger Sammlung edles Porzellan. Und natürlich ist bei sonnigem Wetter auch der imposante Schlosspark einen Besuch wert.

Macht anschließend noch einen Spaziergang in den angrenzenden Botanischen Garten - jetzt in den Wintermonaten ist der Eintritt auf das Gelände zudem frei. Natürlich blüht es im Frühling schöner als im November, trotzdem könnt ihr für unsere Region ungewöhnliche Bäume, Sträucher und Blumen entdecken. Um diese Jahreszeit lohnen sich deshalb die riesigen Gewächshäuser mit ihren Kakteen und tropischen Pflanzen besonders. Und Mitte Dezember flattern wieder tropische Falter durch eines der Häuser.

Ägyptisches Museum und das Abgussmuseum klassischer Bildwerke - Im Kunstareal

Collage Ägyptisches Museum/Abgussmuseum
Christian Rammel/Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke

Im Kunstareal gehört das Staatliche Museum für Ägyptische Kunst zu den neueren Museumsgebäuden und taucht tief in die Welt des Alten Ägypten ein. Und das auch räumlich - das Museum liegt komplett unterirdisch. In 13 Sälen wandert man durch 5000 Jahre Geschichte, trifft auf künstlerisch anspruchsvolle Statuen und beeindruckende Alltagsgegenstände. Mit der „Kindheit am Nil" befasst sich derzeit ein Sonderausstellung und erzählt anschaulich vom Aufwachsen im Alten Ägypten. 

Wenn ihr unter der Woche im Ägyptischen Museum seid, nutzt noch etwas Zeit für den Besuch des Museums für Abgüsse Klassischer Bildwerke im Haus der Kulturinstitute. Lasst euch von dem sperrigen Titel nicht abschrecken. Nur 400 Meter von „Ägypten" entfernt, könnt ihr Replikate antiker römischer und griechischer Statuen und Architektur bestaunen - und dabei auch die meisterhafte Kunst der Körperdarstellung studieren. Geöffnet ist nur von Montag bis Freitag, doch der Eintritt ist frei. 

In Kooperation mit dem Kulturreferat und den Museen

Dieser Beitrag über die Münchner Museen wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und ist in Kooperation mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern konzipiert worden. Die Inhalte wurden zwischen den beteiligten Museen und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

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