Münchner Stadtgeschichte erleben: Besondere Museums-Tipps

Museen in München: Einblicke in die Geschichte und Tradition der Stadt

Moriskentänzer, Bierkessel, schräger Humor – in den Münchner Museen könnt ihr auf eine ganz besondere Museumstour gehen und Stadtgeschichte(n) hautnah erleben. Denn es gibt viel mehr zu entdecken als Gemälde und Statuen.

Antiquarium in der Residenz
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Antiquarium in der Münchner Residenz

In Kooperation mit dem Kulturreferat und den Museen

Dieser Beitrag über die Münchner Museen wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und ist in Kooperation mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern konzipiert worden. Die Inhalte wurden zwischen den beteiligten Museen und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

Münchner Stadtmuseum: Alles, was man über München wissen muss

Die vier originalen Heldenputti im Moriskensaal des Münchner Stadtmuseums
Münchner Stadtmuseum

Dackel, Weißwurst und Moriskentänzer: Jede*r hat ein ganz bestimmtes Bild von unserer Stadt. Aber was ist denn nun tatsächlich typisch für München – und vor allem warum und seit wann? Wie sah München vor 300 Jahren aus? Und wie veränderten Nationalsozialismus und Krieg die Stadt? Das Münchner Stadtmuseum verrät es euch. 

  • Was ist geboten? Kunst, Design und ganz alltägliche Dinge mit vielen spannenden aktuellen Bezügen. Ihr erfahrt alles über die Gründung Münchens, das Stadtwappen, die Frauenkirche, den Ratskeller und den Schäfflertanz – aber auch über das moderne München von den 1970er Jahren bis heute. Erlebt unsere Stadt zwischen Brauchtum und Biergarten, Fußballstadion und Theresienwiese, Laptop und Lederhose.
  • Der besondere Tipp: Vom Atomic Café bis zum Kunstpark Ost — In der Sonderausstellung „Nachts. Clubkultur in München“ nimmt euch das Münchner Stadtmuseum bis zum 7. Januar 2024 mit auf einen Streifzug durch die Ausgehkultur unserer Stadt.

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Braukunst und Tradition im Bier- und Oktoberfestmuseum

Eingang zum Bier- und Oktoberfestmuseum
Bier- und Oktoberfestmuseum

Das Münchner Bier- und Oktoberfestmuseum ist gerade erst liebevoll restauriert und neu gestaltet worden! Und natürlich erfüllt es ein typisches München-Klischee: Wo sonst sollte ein Biermuseum auch stehen, wenn nicht in der Stadt mit dem Oktoberfest? Aber auch als Abstinenzler und Wiesn-Verschmäher solltet ihr das sympathische Museum in der Altstadt unbedingt besuchen: Schon das Museumsgebäude, ein Altmünchner Bürgerhaus aus dem 14. Jahrhundert, ist ein absoluter Hingucker.

  • Was ist geboten? Ihr erfahrt zum Beispiel, warum bereits die Babylonier einem guten Bier nicht abgeneigt waren oder was Pferderennen mit der Wiesn zu tun haben. Die Geschichte des Gerstensaftes in München illustrieren historische Fotos von Brauereien, ein Sudkessel aus dem Jahr 1930, Bierfuizl und Exponate vom größten Volksfest der Welt.
  • Der besondere Tipp: Münchner Bier und eine typische Brotzeit könnt ihr gleich vor Ort im Museumsstüberl verkosten.

Schräger Humor im Valentin-Karlstadt-Musäum

Exponate im Valentin Karlstadt Musäum
Valentin Karlstadt Musäum

„War des jetzt gestern oder im 3. Stock?“ So eine Frage kann natürlich nur Karl Valentin stellen, der vielleicht schrägste Vogel, den München je hervorgebracht hat. Das ihm und seiner Partnerin Liesl Karlstadt gewidmete Musäum im Isartor ist der ideale Ort, um in den merkwürdigen Valentin-Kosmos abzutauchen. Lachen erlaubt und erwünscht! An den skurrilen und besonderen Exponaten erfreuen sich eingefleischte Fans der beiden Komiker und alle, die es werden wollen.

  • Was ist geboten? Natürlich erfahrt ihr hier Biografisches über das kongeniale Kabarett-Duo in Wort, Film und Bild, aber ihr könnt auch den Nagel, an den Valentin seinen Schreinerberuf gehängt hat, eine geschmolzene Schneeplastik oder einen Winterzahnstocher besichtigen.
  • Der besondere Tipp: Für die Sonderausstellung Automaten hat das Künstlerduo Portmanteau ganz neue Automaten und Musikroboter gebaut, die im Valentin-Karlstadt-Musäum bis 31. Januar 2023 für euch musizieren.

Residenzmuseum und Schatzkammer mit der bayerischen Königskrone

Königskrone der Wittelsbacher in der Schatzkammer der Residenz
Bayerische Schlösserverwaltung

Das größte Innenstadtschloss Deutschlands ist ein riesiges Museum: Über vier Jahrhunderte, von 1508 bis 1918 war die Residenz der Wohn- und Regierungssitz der bayerischen Herzöge, Könige und Kaiser. Bereits 1565 verfügte Herzog Albrecht V., dass keine Kunstschätze der Familie mehr veräußert werden dürfen. Da hat sich einiges angesammelt. Und es passt ja auch nicht alles ins Nationalmuseum!

  • Was ist geboten? In den prächtigen Räumen sind Möbel, Gemälde, Bildteppiche oder Skulpturen aufgestellt – zum Teil noch an denselben Orten wie zu den Lebzeiten der Wittelsbacher Herrscher.
  • Der besondere Tipp: In der gut behüteten Schatzkammer werden über 1.200 Schmuckstücke und Juwelen aufbewahrt und das wohl bedeutendste Objekt, das jeder Bayer gerne aufsetzen würde: Die bayerische Königskrone von 1806 (obwohl sie nicht einmal bei den Krönungen von den Königen getragen wurde).

Jüdisches Museum am St. Jakobsplatz: Lebendiger Geschichtsort

Jüdisches Museum am Jakobsplatz
Mde / Franz Kimmel

Das Jüdische Museum am St. Jakobsplatz vermittelt Einblicke in die jüdische Geschichte, Kunst und Kultur in München und blickt somit weit über die Verfolgung im Dritten Reich hinaus. Mit der architektonisch beeindruckenden Synagoge Ohel Jakob und dem Jüdischen Zentrum bildet das Museum einen pulsierenden Ort für die jüdische Kultur mitten in der Altstadt und lädt zu offenen Begegnungen ein.

  • Was ist geboten? Kurzweilig und kritisch erzählt die Dauerausstellung „Stimmen_Orte_Zeiten“ on den Anfängen bis zur Gegenwart des Judentums in München, dessen Kultur untrennbar zur Stadtgeschichte gehört. Mit Tonaufnahmen, Bildern, Comics und Ritualobjekten werden jüdische Menschen und ihr Alltag, die Religion und die Kunst dargestellt. Sonderausstellungen greifen spannenden Aspekte des jüdischen Lebens und der jüdischen Kultur in der Diaspora und in Israel auf.
  • Der besondere Tipp: Die Sonderausstellung Die letzten Europäer bringt euch das Engagement jüdischer Menschen näher, die im 20. Jahrhundert für ein geeintes und friedliches Europa eintraten (zu sehen bis 21. Mai 2023).

NS-Dokumentationszentrum: Das dunkelste Kapitel der Münchner Stadtgeschichte

Das NS-Dokumentationszentrum in der Maxvorstadt
Jens Weber / NS-Dokumentationszentrum

In München wurde 1920 die NSDAP gegründet und unsere Stadt von den Nazis fortan als Hauptstadt der Bewegung angesehen. Das NS-Dokumentationszentrum am Rande des Königsplatzes setzt sich an einem historisch belasteten Ort mit der dunklen Vergangenheit der Stadt auseinander: Früher stand hier das Braune Haus, die ehemalige Parteizentrale der NSDAP. Der Lern- und Erinnerungsort widmet sich der Aufklärung über die Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus.

  • Was ist geboten? In der multimedialen Dauerausstellung auf vier Stockwerken informieren Dokumente, Fotos, Tafeln und Filme allgemein über die Geschichte des Nationalsozialismus in München – auch im Bezug auf die Gegenwart. Wechselnde Sonderausstellungen beleuchten historische und aktuelle Themen im Detail.
  • Der besondere Tipp: Schaut euch noch bis 21. Mai 2023 die Ausstellung TO BE SEEN. queer lives 1900-1950 an. Sie erzählt die Geschichte der LGBTIQ*-Bewegung in Deutschland mit historischen Dokumenten, künstlerischen Interventionen und einem interessanten Begleitprogramm.

Bayerisches Nationalmuseum: Europäische Kulturgeschichte entdecken

Reiterdenkmal vor dem Bayerischen Nationalmuseum
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Das „Schatzhaus an der Eisbachwelle verbindet die bayerische Hauptstadt München mit der europäischen Kulturgeschichte: Die Sammlung im 1855 von Maximilian II. begründeten Bayerische Nationalmuseum baut auf dem über Jahrhunderte gewachsenen Kunstbesitz der Wittelsbacher auf und erweitert seinen Bestand fortlaufend. Das im Jahr 1900 von Gabriel von Seidl im historischen Stil neu errichtete Gebäude ist allein schon einen Besuch wert.

  • Was ist geboten? Wertvolle Kunst-Objekte aus ganz Europa von der Spätantike bis zum Jugendstil treffen auf Gegenstände aus dem Leben der bayerischen Bevölkerung: Gemälde, Skulpturen, Kleider, Waffen, Musikinstrumente und weitere Alltagsgegenstände. Ein Höhepunkt ist die größte Krippensammlung der Welt, die von November bis Anfang Mai zugänglich ist.
  • Ausstellungstipp: Ihr habt ein Faible für Kopfbedeckungen? In der Sonderausstellung „Hauptsache dreht sich bis 30. April 2023 alles um historische und besondere Hüte, Mitren, Schleier und Caps.

Sudetendeutsches Museum: Das neue Erlebnis namens Heimat

Blick auf das Sudetendeutsche Museum im Herbst.
Anette Goettlicher

Das Münchner Abkommen von 1938 legte fest, dass die Tschechoslowakei das Sudetenland räumen und an das Deutsche Reich abtreten musste. Es folgten Krieg und Vertreibung, ein mühsamer Neubeginn, die Aufnahme und Integration der Sudetendeutschen im Westen. Was ist seither passiert? Und wie ist die sudetendeutsche Kultur mit München und Bayern verwoben? Im Sudetendeutschen Museum erfahrt ihr mehr über eure Mitmenschen.

  • Was ist geboten? Interaktive Medienstationen und mehr als tausend Ausstellungsstücke vermitteln euch die Traditionen und Bräuche der Sudetendeutschen – ebenso wie die Themen Flucht und Vertreibung. Im Fokus steht dabei stets der Leitbegriff „Heimat“.
  • Der besondere Tipp: Auch das Museumsgebäude ist einzigartig: Mit seiner massiven Fassade ist der moderne Bau ein neuer Hingucker am Isarhochufer. Von innen habt ihr einen tollen Ausblick über München.

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