Highlights der Ausstellungen: Was läuft, was fängt neu an?

Museumsprogramm in München 2026 – die Vorschau fürs erste Halbjahr

Von Urban Art bis Avantgarde, von Antike bis Gegenwart: Münchens Museen starten mit einem vielfältigen Programm in die erste Jahreshälfte 2026. Die Spannweite reicht von internationaler Streetart über spannende Kapitel der Kulturgeschichte bis hin zu Fragen der Identität. Ob sinnliche Themenausstellungen, politische Gegenwartskunst oder interaktive Familienangebote – diese Highlights zeigen, wie abwechslungsreich das Museumsprogramm in München ist. Hier kommt die Vorschau auf laufende und neue Ausstellungen der kommenden Monate.

Collage Museen 2026
muenchen.de

Lenbachhaus: Über den Blauen Reiter und weitere Ausstellungs-Highlights

Gemälde aus der Sammlung "Blauer Reiter"
© Städt. Galerie im Lenbachhaus & Kunstbau

Das erste Halbjahr 2026 im Lenbachhaus spannt einen weiten Bogen von der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts bis zu kritischen Gegenwartsfragen. „Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter“ (ab 10. März 2026) zeigt den Münchner Künstlerkreis als internationales Netzwerk, das mit neuen Bildsprachen und radikalen Lebensentwürfen die Kunst nachhaltig veränderte. Mit über 150 Arbeiten eröffnet die Ausstellung neue Perspektiven auf eine Bewegung, deren Ideen bis heute aktuell sind.

„Franz Wanner. Eingestellte Gegenwarten“ (24. März – 19. Juli 2026) setzt bei einer unscheinbaren Plexiglas-Schutzbrille an und entfaltet daraus eine Auseinandersetzung mit Zwangsarbeit, industrieller Ausbeutung und staatlicher Selbstinszenierung. Wanner verknüpft NS-Vergangenheit, Nachkriegsgeschichte und Gegenwart zu einer Analyse historischer Kontinuitäten.

„Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik“ (12. Mai – 27. September 2026) führt durch Gemälde, Fotografien, Grafiken und literarische Bezüge mitten in den Alltag der Weimarer Zeit. Politische und alltagsnahe Kunst von u.a. Käte Hoch, August Sander und George Grosz macht sichtbar, wie Vergnügen, soziale Not und politische Radikalisierung gleichzeitig existierten und die Epoche prägten.

Villa Stuck: Münchner Kollektiv und britische Malerin

Chicks on Speed
Wolf-Dieter Grabner
Foto aus "Chicks on Speed"

Bis 1. März 2026 zeigt die Villa Stuck mit „Utopia“ eine Werkschau des in München gegründeten Kunst- und Performancekollektivs Chicks on Speed. Die Ausstellung vereint Musik, Kunst, Mode und Aktivismus und macht die stilistische wie politische Vielfalt des Kollektivs sichtbar.

Mit „A Song of Ascents“ präsentiert die Villa Stuck bis 15. März 2026 die erste Deutschland-Einzelausstellung der britischen Künstlerin Louise Giovanelli. Ihre Gemälde spielen mit Verhüllung, Spiritualität und inneren Zuständen und bewegen sich zwischen Theater, Ritual und Emotion.

NS-Dokuzentrum: Perspektiven auf den Weltkrieg

NS-Dokumentationszentrum München
Courtesy of the artist, Foto: NS-Dokumentationszentrum München, Connolly Weber

Bis 12. Juli 2026 ist im NS-Dokumentationszentrum die Sonderausstellung „… damit das Geräusch des Krieges nachlässt, sein Gedröhn“ zu sehen. Zeitgenössische Arbeiten von zwölf internationalen Künstler*innen beleuchten die Nachwirkungen des Weltkriegs seit 1945 und eröffnen vielschichtige, generationenübergreifende Perspektiven auf Gewalt, Verlust und Erinnerung.

Münchner Stadtmuseum im Zeughaus: "What the City"

Stadtmodell München von Albert Maurer (Kopie Sandtner)
Münchner Stadtmuseum

Die Sonderausstellung „What the City. Perspektiven unserer Stadt“ ist bis Mitte 2027 im Zeughaus am St.-Jakobs-Platz zu sehen – dem Ausweichquartier des Münchner Stadtmuseum während der Sanierung. In zehn thematischen Kapiteln verknüpft die Ausstellung Stadtgeschichte mit aktuellen Fragen zu Kultur, Armut, queerer Geschichte, antirassistischen Bewegungen oder Nachtleben. Interaktive Stationen laden dazu ein Münchens Gegenwart und Zukunft aktiv mitzudenken.

Jüdisches Museum: Die dritte Generation und arabisch-jüdische Berührungen

Ausstellungsansicht „Die dritte Generation"
Eva Jünger
Ausstellungsansicht "Die dritte Generation"

Derzeit läuft noch die Schau „Die Dritte Generation. Der Holocaust im familiären Gedächtnis“ (bis 1. März 2026). Sie beleuchtet anhand künstlerischer Arbeiten wie 80 Jahre nach dem Holocaust die Enkelgenerationen mit Traumata, Erinnerungen und dem Schweigen umgehen. 

Die Ausstellung „YALLA. Arabisch-jüdische Berührungen“ im Jüdischen Museum München (ab 29. April 2026) widmet sich der gemeinsamen Geschichte arabischer und jüdischer Lebenswelten. Künstler*innen jüdischer Herkunft greifen persönliche Biografien, historische Brüche und kulturelle Überschneidungen auf und machen sichtbar, wie Identität entsteht. Die Ausstellung lädt dazu ein, vertraute Zuschreibungen zu hinterfragen und arabisch-jüdische Geschichte als lebendigen, offenen Dialog zu entdecken.

Deutsches Museum: Nächtliche Welten und Future Box

Nächtliche Welten: Komet Neowise über München
Marco Sproviero, Beobachtergruppe Sternwarte Deutsches Museum

Spektakuläre Nachtbilder vom Himmel über München und Ansichten des Weltraums zeigt die Foto-Ausstellung „Nächtliche Welten" im Vorraum der Bibliothek bis zum 31. Mai 2026. Die Schau mit faszinierenden Astrofotografien wurde von Mitgliedern der Beobachtergruppe Sternwarte Deutsches Museum zusammengestellt. Rund 20 wechselnde Fotografien, Werke aus der Bibliothek und Objekte aus der Foto-Sammlung geben einen Einblick in die spannende Welt der Astronomiefotografie. Täglich 9-17 Uhr, der Eintritt ist frei. 

Die „Future Box“ im Deutschen Museum ist eine interaktive Ausstellung zur Technologie der Zukunft, begleitet von der KI AI-ME. In 75- bis 90-minütigen buchbaren Touren erkunden Besucher*innen noch bis März 2026 Exponate zu Mensch, Gesellschaft und Planet Erde. Die KI erklärt, beantwortet Fragen und regt zur Diskussion über den verantwortungsvollen Einsatz neuer Technologien an.

MUCA: Die neue Dauerausstellung

Ikonen der Urban Art im MUCA
MUCA
Ikonen der Urban Art

Unter dem Titel „UNVEILING“ präsentiert das MUCA – Museum of Urban and Contemporary Art seit dem 2. Januar 2026 neu inszenierte Highlights seiner ständigen Sammlung. Nach dem Umbau des Untergeschosses sind dort ausgewählte Schlüsselwerke der Pop- und Street-Art-Kultur zu sehen – unter anderem von Banksy, Shepard Fairey und Keith Haring. Die Sammlung des MUCA entstand ab 1998 und wuchs zu einer international bedeutenden Kollektion mit über 1.200 Werken heran. Aktuell läuft bis zum 1. März mit „Strata“ die erste Einzelausstellung mit ausgewählten Werken des portugiesischen Urban-Art-Künstlers Vhils. 

AMUSEUM: Copy+Paste

AMUSEUM: Copy+Paste
AMUSEUM of Contemporary Art

Im AMUSEUM of Contemporary Art läuft bis zum 28. Juni 2026 die Ausstellung „Copy + Paste – A Punk-Rock-Show“ und beweist: der Punk ist längst nicht tot. Seit den 70er-Jahren steht Punk für Musik und rebellische Haltung, auch wenn die Bewegung später immer wieder vorschnell für erledigt erklärt wurde. Wie gegenwärtig deren Geist noch ist, machen die Arbeiten von beispielsweise Shepard Fairey, Invader und NoNÅME deutlich. Ihre Streetart übersetzt den Punk in klare Bilder, starke Symbole und urbane Statements. 

Galerie Bezirk Oberbayern: Weg und Wandlung

Doppelbild Weg und Wandlung
Galerie Bezirk Oberbayern

Die kommende Ausstellung „Weg und Wandlung“ in der Galerie Bezirk Oberbayern bringt Susu Gorth und Tansu Gül vom 18. März bis 28. Juni 2026 in einen spannenden Dialog. Während Gorth mit großformatigen Installationen aus weichen, recycelten Materialien wie Schaumstoff, Textilien oder Matratzen raumgreifende, körperlich erfahrbare Situationen schafft, entwickelt Gül präzise, dynamische Miniaturen und Malereien auf Papier, die Fragen nach Identität nachspüren. Trotz der deutlichen Unterschiede in Maßstab, Material und Form verbinden sich beide Positionen zu einer organischen Einheit, in der künstlerischer Prozess als Bewegung, Experiment und Suche nach Verbindung erfahrbar wird.

Museum Mensch und Natur: Wildlife Photographer of the Year

Eindrücke aus der Ausstellung Wildlife Photographer of the Year
Kathrin Glaw, Museum Mensch und Natur

Das Museum Mensch und Natur startet mit einem beliebten Klassiker ins Jahr - noch bis zum 8. März 2026 zeigt die Ausstellung „Wildlife Photographer of the Year“ die 100 besten Naturfotografien des Jahres 2025. Seit 1965 gilt der Wettbewerb des Natural History Museum London als weltweit renommiertester seiner Art. Aus über 60.000 Einsendungen aus 113 Ländern wurden Aufnahmen ausgewählt, die die ganze Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt widerspiegeln. Die Bilder fangen flüchtige, oft spektakuläre Momente ein – von berührenden Tierbegegnungen bis zu überwältigenden Landschaften. Neben der Schönheit thematisieren viele Fotografien auch die Verletzlichkeit und Bedrohung der Natur. 

Kunsthalle: Haar - Macht - Lust

HAAR – MACHT – LUST
Laetitia Ky

Ob kurz, lang, gelockt oder rasiert – Haare sind weit mehr als eine Stilfrage, sie erzählen von Macht, Begehren, Anpassung und Rebellion. Ab 20. März 2026 zeigt die Kunsthalle München mit „HAAR – MACHT – LUST“ eine kulturübergreifende Ausstellung mit rund 200 Exponaten von der Antike bis zur Gegenwart, darunter Kunstwerke, Design- und Couture-Objekte aus internationalen Sammlungen. Frisuren erscheinen dabei als Zeichen von Status, Geschlecht und politischem Statement – ein sinnlicher Streifzug durch drei Jahrtausende Kulturgeschichte.

Bis dahin könnt ihr noch in die digitalen Welten des Medienkünstlers Miguel Chevalier eintauchen: „Digital by Nature“ vereint bis zum 1. März 2026 rund 120 Arbeiten aus allen Schaffensphasen. Großformatige Projektionen, Videos und Installationen entstehen mithilfe von Algorithmen, 3D-Druck und Künstlicher Intelligenz. Die interaktiven Bildwelten machen digitale Kunst als räumliche, sinnliche Erfahrung erlebbar.

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst: Kindheit am Nil

Kindheit am Nil
Museum Ägyptischer Kunst

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst widmet sich den zeitlosen Fragen nach Bildung, Fürsorge und Aufwachsen: Die laufende Sonderausstellung „Kindheit am Nil – Aufwachsen im Alten Ägypten“ lädt bis zum 21. Juni 2026 dazu ein, das Alte Ägypten einmal aus Kinderperspektive zu entdecken. In neun Themenbereichen erzählen rund 190 originale Objekte vom Alltag, Lernen, Glauben und Familienleben am Nil. Interaktive Stationen, Miniaturszenen und ein eigener Kinderpfad machen die Ausstellung besonders anschaulich: Große und kleine Besucher*innen können altägyptische Kleidung anprobieren, Düfte erschnuppern oder unter einem Sternenhimmel antike Kopfstützen testen.

Weitere Highlights: Pinakotheken, Haus der Kunst, Museum Brandhorst, Kunstlabor 2

Die Pinakothek der Moderne zur blauen Stunde
Isaac Mok / Shutterstock.com
  • „Reflexion – Licht, Spiegel, Transparenz“ (13. Februar – 31. Mai 2026) ist eine gemeinschaftliche Jubiläumsausstellung der vier Museen in der Pinakothek der Moderne anlässlich 100 Jahre Die Neue Sammlung. Werke aus Kunst, Architektur, Grafik und Design beleuchten Reflexion als optisches Phänomen und gedankliches Prinzip – von den Anfängen der Moderne bis heute. Eine kontrastreiche Ausstellungsarchitektur aus hellen und dunklen Räumen sowie künstlerische „Satelliten“ im Gebäude machen Licht, Schatten und Transparenz räumlich erfahrbar.
  • „Carrying“ (14. Mai – 8. November 2026) aktiviert historisch aufgeladene Orte rund um das Museum Brandhorst – darunter das Türkentor zwischen Museum Brandhorst und der Pinakothek der Moderne. Internationale Künstler*innen bespielen diese Räume mit Interventionen, Performances sowie Sound- und Filmarbeiten und fragen, welche Geschichten Orte tragen und wie sich militärische und kulturelle Macht darin spiegelt.
  • „Seth’s SPIEL(T)RÄUME“ im KUNSTLABOR 2 läuft bis 15.2.2026 und verwandelt das Gelände in einen farbenfrohen Spiel- und Entdeckungsraum. Die Wanderausstellung des französischen Streetart-Künstlers Julien Malland (Seth) lädt Kinder und Jugendliche zu einer fantasievollen Reise durch seine Bildwelten ein – begleitet von einem familienfreundlichen Mitmach- und Rahmenprogramm.
  • „Soy Energía“ (bis 17.5.2026) im Haus der Kunst ist die erste institutionelle Überblicksausstellung in Europa zur chilenischen Künstlerin Sandra Vásquez de la Horra. Zeichnungen, Malerei, Video und performative Arbeiten verbinden in einem sinnlich inszenierten Parcours indigene, spirituelle und transnationale Perspektiven mit Erfahrungen von Migration, Unterdrückung und Selbstbestimmung.
  • Die Archäologische Staatssammlung steht im Haupthaus ganz im Zeichen der „Gladiatoren – Helden des Kolosseums“. Die laufende Sonderausstellung entführt bis zum 3. Mai 2026 mitten in die Welt der römischen Arenen. Im Frühjahr kommt ein Held der Bühne im Zweigmuseum auf der Burg Grünwald hinzu: „Karl Valentin und die alten Rittersleut“ läuft vom 27. März bis 15. November 2026 und widmet sich Valentins lebenslanger Faszination für Ritter, Burgen und Mittelalter.

In Kooperation mit dem Kulturreferat und den Museen

Dieser Beitrag über die Münchner Museen wird vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München gefördert und ist in Kooperation mit der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern konzipiert worden. Die Inhalte wurden zwischen den beteiligten Museen und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

Das könnte euch auch interessieren