Spazieren im Münchner Winter: 9 Ziele für eine Tour durch den Schnee

Winter im Schlosspark Nymphenburg, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher Winter im Schlosspark Nymphenburg

Winterspaziergänge in München und am Stadtrand

München im Winter: ein Highlight. Unsere Inspirationen für Spaziergänge in der kalten Jahreszeit bieten Idylle und Abwechslung. Ob im Olympia- oder Westpark, im Schlosspark, bei den Herbergshäusln in Haidhausen oder am Hinterbrühler See – überall gibt's Münchner Wintergefühle. Wichtig: Achtet auf die Abstände! Und nutzt auch eure Stadtviertel für einen Spaziergang.

Der Olympiapark und seine Hügel

Winterlicher Olympiapark mit Olympiasee und -turm, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Mit 160 Hektar gehört der Olympiapark zu den großen Münchner Grünflächen. Zum Vergleich: Der Englische Garten, der sogar zu den größten Parks der Welt zählt, hat 375 Hektar. Im Olympiapark spaziert es sich bei jedem Wetter besonders gut, auch weil es so viele Aussichtspunkte gibt. Und damit meinen wir nicht nur den höchsten Punkt, den Gipfel des Olympiabergs – probiert doch beim coronagerechten Spazieren mal einen der zahllosen anderen Hügel aus. Von allen hat man tolle Blicke auf das Gelände und die Stadt. Auf vielen sehr breiten Wegen (um den Olympiasee herum oder auf der Nordseite des Mittleren Rings) und etlichen kleineren (auf und um die Hügel im Süddteil) kann man ordentlich Kilometer und Höhenmeter machen und dabei prima anderen Spaziergängern aus dem Weg gehen. 

Isarflimmern auf vielen Kilometern am Stadtfluss

Wintersonne an der Isar, Foto: muenchen.de / Leonie Liebich
Foto: muenchen.de / Leonie Liebich

Frische Luft, etwas Schnee, kaum Autolärm – dafür jede Menge kaltes, klares Wasser! Es gibt kaum schönere Orte für einen Spaziergang als das Isarufer zwischen Reichenbachbrücke und Flaucher. Und weil das so ist, seid ihr hier natürlich nie ganz alleine unterwegs. Aber trotzdem geht es in der kalten Jahreszeit deutlich weniger zu als im Hochsommer – und auch coronakonform, da sich die Spaziergänger auf die Stadtviertel verteilen. Das ganz besondere Isarflimmern gibt's trotzdem frei Haus. Tipp: Von der Brücke aus sieht man, wie belebt die Wege sind – wenn's zu voll wird, einfach ein Stück auf der anderen Isarseite gehen, dort ist's auch schön und man hat mal einen anderen Blick als sonst. Spätestens im nördlichen Teil des Flauchers gibt es dann mehr als genügend Platz für alle.

Von Thalkirchen zum Hinterbrühler See

Hinterbrühl im Schneegestöber - Winter in Thalkirchen, Foto: Gunnar Jans
Foto: Gunnar Jans

Wenn ihr schon am Flaucher seid, macht noch eine kleine Runde von der Thalkirchner Brücke aus, bei der ihr das Gefühl habt, ganz raus zu sein aus dem Stadtleben: An der Isar entlang weiter nach Süden, den Marienklausensteg links liegen lassen und eine Viertelstunde später seid ihr am Hinterbrühler See. Dreht eine Runde um den idylischen See und das Seehaus Hinterbrühl. Oben an der Isarflößer-Statue habt ihr See und Kanal im Blick. Zurück geht's über die Floßanlegestelle und vorbei an den Bootshäusern am Kanal (u.a. auch vom TSV 1860) zur U-Bahn-Haltestelle Thalkirchen, an der auch der kultige Kiosk 1917 liegt. 

Schöne Ecken der Altstadt erkunden

Schnee im Hofgarten, Foto: muenchen.de / Leonie Liebich
Foto: muenchen.de / Leonie Liebich

Als München-Kenner wisst ihr natürlich, dass unsere Feldherrnhalle nach einem Vorbild aus Florenz gestaltet wurde. Nirgendwo sonst ist Italien so nah wie am Odeonsplatz, zwischen der Theatinerkirche, dem Hofgarten und besagter Feldherrnhalle. Absolut „bellissimo“ ist auch der Max-Joseph-Platz an der Oper, wo ihr auch ohne die Palmen des Sommers 2020 Sonne tanken könnt, wenn sie denn vorbeischaut. Auch die Maximilianstraße sieht mit Schnee besonders schön aus.

Da die meisten Geschäfte geschlossen haben und die Münchner momentan unter sich sind, ist hier zum Spazieren oft mehr Platz als an anderen Orten. Wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, könnt ihr auch ein Spiel draus machen: Zum Beispiel an jeder Ecke den Weg zum Weiterspazieren wählen, auf dem am wenigsten los ist.

Im Westpark: Winterlicher Spaziergang mit asiatischem Flair

Die Pagode im Westpark im Winter, Foto: muenchen.de
Foto: muenchen.de

Der Westpark mit seiner hügeligen Landschaft und dem Mollsee ist vor allem für Anwohner ein beliebtes Ziel zum Spazierengehen. Im Westteil des Parks bekommt ihr sogar einen Hauch Asien zu spüren. Wenn auf der nepalesischen Pagode und der thailändischen Sala dicke Schneehauben liegen: Der Kontrast hat was! Bei einem Abstecher in den östlichen Teil könnt ihr euch im Gans am Wasser am Mollsee mit Rosmarin-Pommes und Kinderpunsch to go stärken.

Viel Platz im Nymphenburger Schlosspark

Schloss Nymphenburg im Winter, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher

Es ist faszinierend. Selbst wenn man an besonders schönen Wintertagen vor dem Schloss noch befürchtet, es sei zu voll für einen Abstand haltenden Spaziergang in Pandemiezeiten – sobald man den Nymphenburger Schlosspark betritt, verteilen sich die Besucher auf den breiten Wegen, und je weiter gen Westen man wandert, desto eher könnte man vergessen, dass man sich nicht in der freien Natur befindet. Wer früh dran ist oder bei nicht so gutem Wetter unterwegs, hat gute Chancen, ein Reh zu sehen. Das Café im Palmenhaus bietet zum Aufwärmen alkoholfreien Punsch, Kakao und Kaffee to go an – am besten einen eigenen Becher mitbringen! Tipp: Nutzt auch die anderen Parktore, nicht nur den Haupteingang am Schloss. Das Eis am Nymphenburger Kanal ist übrigens noch nicht tragfähig – allenfalls für Schwäne und Enten.

Schwabing: Großstadtflair auf dem Boulevard

Winter in München, Foto: muenchen.de / Mónica Garduño
Foto: muenchen.de / Mónica Garduño

In Schwabing ist aufgrund der Vielfalt der Eindrücke ein Spaziergang immer ein Erlebnis. Bei Schnee gilt das umso mehr, schließlich zeigt sich Münchens vielleicht bekanntestes Viertel nur selten „ganz in Weiß“. An der Leopoldstraße gibt es immer sehr viel zu sehen, aber auch abseits des Boulevards ist die Dichte an spannenden Ecken enorm. Falls euch irgendwo zu viel los sein sollte – einfach in eine Seitenstraße abbiegen und aus dem notwendigen Abstandhalten eine Tugend machen. So lernt man ganz nebenbei Straßen kennen, in denen man noch nie war. Und wenn ihr schon mal in der Gegend seid – im Englischen Garten lohnt sich ein Spaziergang immer.

In Bogenhausen: Dem Friedensengel „Servus“ sagen

Der Friedensengel im Winter mit Schnee, Foto: muenchen.de / Lukas Fleischmann
Foto: muenchen.de / Lukas Fleischmann

Die Maximiliansanlagen sind vielleicht nicht so weltberühmt wie der Englische Garten, müssen sich aber wirklich nicht verstecken. Ihr habt hier beim Spaziergang immer den Isar-Sound im Ohr und könnt darüber hinaus mal wieder Selfies vor Münchner Klassikern machen: dem prächtigen Maximilianeum und dem hoch oben schwebenden Friedensengel. Zum Schluss hockt ihr euch auf die Sitzbänke bei den Staustufen unterm Maximilianeum und lasst euch vom Tosen des Wassers einlullen.

Ein Dorfspaziergang in der Stadt: Haidhausen

Die Preysingstraße mit dem Kriechbaumhof in Haidhausen, Foto: Anette Göttlicher
Foto: Anette Göttlicher Der denkmalgeschützte Kriechbaumhof aus dem 17. Jahrhundert in der Haidhauser Preysingstraße

So schön es in München ist, manchmal ist die Sehnsucht nach dem Land groß. Was ein bisschen hilft: Das Dorf in der Stadt zu suchen. Das geht besonders gut rechts der Isar in Haidhausen. Ob am Wiener Platz mit seinem wunderschönen Markt, auf dem man unter der Woche und samstags auch prima Lebensmittel einkaufen kann oder in der Preyingstraße. Hier sorgen das historische Üblacker-Häusl aus dem 18. Jahrhundert und der Kriechbaumhof – der sogar aus dem 17. Jahrhundert stammt – dafür, dass ihr kurz vergessen könnt, in einer Millionenstadt zu spazieren. 

Weitere Freizeittipps

X

CORONAVIRUS: DIE AUSWIRKUNGEN AUF MÜNCHEN

Alle Infos
Top