50 Jahre Olympische Spiele 1972 in München - das Jubiläumsprogramm 2022

Anzeigentafel Abschlussfeier, Foto: Kishimoto-IOC
Foto: Kishimoto-IOC

Jubiläumsmotto: "München auf dem Weg in die Zukunft 1972–2022–2072"

München feiert 2022 das 50. Jubiläum der Olympischen Sommerspiele von 1972. Unter dem Motto "München auf dem Weg in die Zukunft 1972–2022–2072" erinnert ein ganzjähriges Programm mit über 150 Veranstaltungen an das wegweisende Ereignis, das die Landeshauptstadt so sehr geprägt hat. Schwerpunkte sind dabei u.a. das Gedenken ans Olympia-Attentat sowie die Bedeutung der Spiele für die Entwicklung Münchens. Was in diesem Jahr geplant ist, welche Veranstaltungen und Angebote aus der Stadtgesellschaft es geben wird, was OB Dieter Reiter zum Auftakt gesagt hat: unser Überblick.

Im Auftrag des Kulturreferats

Dieser Beitrag über das Programm zum 50. Jubiläum der Olympischen Spiele München 1972 aus der städtischen Veranstaltungsreihe "Auf dem Weg in die Zukunft 1972–2022–2072" ist vom Kulturreferat der Landeshauptstadt beauftragt. Die Inhalte wurden zwischen Auftraggeber und muenchen.de, dem offiziellen Stadtportal, abgestimmt.

50 Jahre nach den XX. Olympischen Sommerspielen 1972

Fahnen im Olympiapark 1972, Foto: Kishimoto-IOC
Foto: Kishimoto-IOC

Die Olympischen Sommerspiele von 1972 haben München wie kaum ein anderes Ereignis geprägt. 50 Jahre später soll im Sinne des Jubiläums-Mottos "München auf dem Weg in die Zukunft 1972–2022–2072" eine Veranstaltungsreihe unter Beteiligung der Bürger*innen die Spiele von 1972 noch einmal ein ganzes Jahr lang in den Blickpunkt rücken und Impulse für die kommenden Jahrzehnte liefern.

Mit den "heiteren Spielen" präsentierte sich die Bundesrepublik Deutschland damals als modernes, weltoffenes, demokratisches Land. Die Landeshauptstadt München profitiert vom visionären Städtebau im Olympiapark und beim U-Bahn-Bau bis heute. Die sportlichen Glanzleistungen der Athlet*innen sind nicht vergessen und die Sportstätten werden im Sinne der Nachhaltigkeit auch weiterhin genutzt. Mit einem Veranstaltungsprogramm für alle Bürger*innen soll die XX. Olympiade 50 Jahre später gewürdigt werden.

Dabei wird auch das tragische Attentat auf die israelische Olympiamannschaft bedacht, das die Spiele überschattete. Mit offiziellen Gedenkfeiern, Aktionen und Ausstellungen wird an die 12 Todesopfer erinnert.

Hier geht's zur offiziellen Webseite zum 50-jährigen Jubiläum

Die Pressekonferenz zum Auftakt am 13. Januar

Pressekonferenz: OB Dieter Reiter, Kulturreferent Anton Biebl, Olympiapark-Chefin Marion Schöne, Foto: Lukas Barth-Tuttas
Foto: Lukas Barth-Tuttas OB Dieter Reiter, Kulturreferent Anton Biebl, Olympiapark-Chefin Marion Schöne (v.l.n.r.)

In einer Pressekonferenz aus dem Neuen Rathaus in München wurde das Jubiläumsprogramm am 13. Januar 2022 offiziell vorgestellt. Es sprachen Dieter Reiter (Oberbürgermeister), Anton Biebl (Kulturreferent der Landeshauptstadt München), Marion Schöne (Geschäftsführerin Olympiapark München GmbH), Thomas Weikert (Präsident Deutscher Olympischer Sportbund) und Klaus Steinbach (Olympiateilnehmer von 1972 im Schwimmen).

Oberbürgermeister Dieter Reiter wies in seiner Rede auf die Bedeutung von München 72 für die Stadt hin: "Die Spiele von 1972 haben das heutige München entscheidend geprägt. Durch die Olympischen Spiele wurde München zu einer modernen Großstadt. Der Olympiapark ist seitdem Wahrzeichen der Stadt für die Themen Innovation und Zukunft."

Kulturreferent Anton Biebl ergänzte: "Das Konzept der Offenheit und Zugänglichkeit ermöglichte leider auch das schreckliche Attentat im Olympischen Dorf, im Zuge dessen elf israelische Athleten und ein deutscher Polizist ums Leben kamen. Diese Ereignisse sind in der kollektiven Erinnerung ebenso verankert wie die heiteren Spiele, die die Begnung mit Menschen aus allen Ländern der Welt ermöglichten. Beide Aspekte wollen wir uns im Jubiläumsjahr vornehmen. Beide fordern uns in der Gegenwart heraus, Verantwortung zu übernehmen und von der Vergangenheit zu lernen."

Wir zeigen die Pressekonferenz in voller Länge im Re-Live:

Die Veranstaltungen im Jubiläumsprogramm - die Highlights

Olympiapark München mit Olympiastadion, Foto: Jan Saurer
Foto: Jan Saurer

Mit mehr als 150 öffentlichen und digitalen Veranstaltungen, Ausstellungen, Sportevents, Vorträgen, Theateraufführungen, Touren und Gedenkfeiern begeht München ein ganzjähriges Programm zum 50. Jubiläum der Olympischen Spiele. Die Organisation hat das Kulturreferat übernommen.

Dabei werden die Olympischen Spiele von 1972 und ihre Bedeutung für Sport, Design, Gesellschaft und Politik, Kunst und Kultur historisch und aktuell betrachtet.

  • Die Ausstellung "50 Jahre Olympiapark – Impulse für Münchens Zukunft" (14. Januar bis 11. März in der Rathausgalerie) widmet sich der Bedeutung der Olympischen Spiele für die Stadtentwicklung Münchens und deren Vorbildcharakter für zukünftige Projekte — Mehr Infos
  • Der Olympiaturm wird im Jubiläumsjahr 2022 täglich mit weißem Licht beleuchtet und zu besonderen Anlässen mit individuellen Farben — Mehr Infos
  • In der Ausstellung "Aufbruch der Gestaltung. Plakate für die Olympischen Spiele in München 1972" zeigt das Zentralinstitut für Kulturgeschichte vom 31.3. bis 16.6.2022 neben großformatigen Plakaten auch Infografiken, Künstlerdrucke und Fotos vom Bau des Olympiaparks — Mehr Infos
  • Das"Festival des Spiels, des Sports und der Kunst" vom 1. bis 9. Juli 2022 ist ein kostenloses kulturelles Highlight-Programm rund um den Olympiasee. Am 1. Juli steigt eine Eröffnungsfeier mit Olympiateilnehmer*innen von 1972 und einem Kulturprogramm, am 2. Juli zieht eine Parade mit Sportlern und Künstlerinnen von der Innenstadt in den Olympiapark. Die ganze Woche über gibt es Konzerte und Kunstaufführungen.
  • Beim Finale der Münchner Sportspiele ’22 messen sich Freizeit- und Hobbysportler am 2. und 3. Juli 2022 im Olympiapark in klassischen und neuen olympischen Disziplinen wie Tauziehen, Tennis, Schwimmen, Skateboard oder Beachvolleyball  — Mehr Infos
  • Das größte sportliche Ereignis in München seit 1972 findet mit den European Championships vom 11. bis 21. August 2022 statt: Bei dem Multisportevent kämpfen über 4.000 europäische Athlet*innen in neun Sportarten um Medaillen. — Mehr Infos
  • Für den September 2022 wird ein digitales Unterrichtsangebot zum Thema „Die Olympischen Spiele und das Olympia-Attentat 1972 in München“ konzipiert, auf das Lehrkräfte einfach zugreifen können. Mehr Infos


Das ganze Jubiläumsprogramm im Überblick

Gedenken an das Olympia-Attentat

Ein Mixed Media Projekt zu Ehren David Bergers am Amerikahaus München (nachts), Foto: Entwurfskizze: Leonhard Simon, Horst Konietzny / Jüdisches Museum München
Foto: Entwurfskizze: Leonhard Simon, Horst Konietzny / Jüdisches Museum München

Die Olympischen Spiele von 1972 bleiben für immer verbunden mit dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft am 5. September 1972. Ein palästinensisches Terrorkommando nahm im Olympischen Dorf israelische Sportler als Geisel. Während des Überfalls und bei der versuchten Befreiung in Fürstenfeldbruck kamen elf Israelis und ein deutscher Polizist ums Leben. Das Gedenken an das Attentat nimmt das ganze Jahr über großen Raum im Jubiläumsprogramm ein.

Mit einem Erinnerungsprojekt "Zwölf Monate - Zwölf Namen" vom Jüdischen Museum München in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum München wird jeden Monat von Januar bis Dezember eines der 12 Todesopfer besonders gewürdigt.

  • Zum Auftakt zeigt das Amerikahaus vom 13.1. bis zum 31.1.2022 eine Fassadeninstallation mit Impressionen aus dem Leben des israelischen Gewichthebers David Berger, der als letztes der zwölf Opfer in Fürstenfeldbruck starb. Parallel dazu ist via QR-Code eine Audiodatei abrufbar, die Einblicke in das Leben des gebürtigen US-Amerikaners (*1944) gibt, der erst 1970 nach Israel immigrierte. Mehr zur Aktion für David Berger
  • Im Februar (1.-28.2022) wird ein Foto des getöteten bayerischen Polizisten Anton Fliegerbauer (*1940) an das Polizeipräsidium in der Ettstraße projiziert. Am 22.2. folgt ein Vortrag an der Polizeihochschule in Fürstenfeldbruck mit Beteiligung der Familie. Mehr zur Aktion für Anton Fliegerbauer

 Am 5. September 2022 wird um 14 Uhr auf dem Fliegerhorst in Fürstenfeldbruck eine offizielle Gedenkfeier mit den Opferfamilien veranstaltet. Dazu organisiert das israelische Generalkonsulat eine Radtour von München nach Fürstenfeldbruck. Die Stadt München erinnert am Tatort im Olympischen Dorf und an der Gedenkstätte in Fürstenfeldbruck ebenfalls an die Toten.

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