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Bräurosl-Festzelt: Wirtefamilie Heide verabschiedet sich von der Wiesn

Bierzelt Pschorr Bräurosl, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner

Oktoberfest-Abschied: Wiesnwirte führten Pschorr-Festzelt seit 1936

(6.7.2020) Nach 83 Jahren sagen sie „Servus“ zur Wiesn: Familie Heide bewirbt sich nicht mehr für das Pschorr-Festzelt „Bräurosl“ auf dem Oktoberfest 2021. Warum diese Entscheidung fiel und was die Wirte jetzt mit der Heide-Volm in Planegg vorhaben.

Warum Familie Heide sich aus dem Bräurosl-Festzelt zurückzieht

Bierzelt Pschorr Bräurosl, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner

Vier Generationen lang war Familie Heide eine Institution auf der Wiesn: Seit 1936 führten die Wiesnwirte die Bräurosl auf dem Oktoberfest und verliehen dem beliebten Festzelt typischen Münchner Charme. Mit dieser langjährigen Tradition ist jetzt Schluss: Die Familie verzichtet auf die Bewerbung um die Bräurosl für die Wiesn 2021.

Für Wirtin Daniela Heide ist es der „richtige Zeitpunkt“, auf der Wiesn aufzuhören: Das Festzelt sollte nächstes Jahr durch ein neues ersetzt werden, es gibt neue Pläne für den Stammbetrieb „Heide-Volm“ in Planegg. Die Corona-Krise ist auch nicht ganz unschuldig: Sie erhöht das Risiko für die Gastronomen. 

Vater Georg Heide und Mutter Renate hatten zudem bereits entschieden, sich aus der Bräurosl zurückzuziehen.

Wie es nun weitergeht bei den Heides? Daniela leitet mit ihrem Mann Pascal künftig die Gaststätte im Würmtal: Dort soll nach Umbauten und dem Abriss des großen Saals ein gemütliches Wirtshaus mit Biergarten für Familien entstehen.

Was die Wirte zum Abschied vom Oktoberfest sagen

Georg Heide beim Einzug der Wiesnwirte 2019, Foto: Sebastian Lehner
Foto: Sebastian Lehner Georg Heide beim Einzug der Wiesnwirte im Jahr 2019

Daniela Heide: „Gedankenspiele über eine Neuausrichtung gibt es ja nicht erst seit wenigen Monaten. Wir haben uns das reiflich überlegt. So ein Schritt ist ja auch aufgrund der langen Familientradition nicht leicht. Schon unser Urgroßvater war auf dem Oktoberfest.“

Georg Heide: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber wir haben sie als Familie gemeinsam getroffen. Die Wiesn war unser Leben, wir haben dort viele schöne Dinge erlebt und sind dankbar dafür.“

Die Geschichte der Bräurosl auf der Münchner Wiesn

Das Festzelt der Brauerei Hacker-Pschorr gibt es seit 1901 auf dem Oktoberfest.

Geprägt wurde es von der Familie Heide: 1936 übernahm Urgroßvater Georg die Bräurosl. Von 1953 bis 2001 war sein Sohn, der legendäre spätere Wiesnsprecher Willy Heide (1919-2011) mit im Geschäft, seit 1973 als alleiniger Wirt.

Dessen Sohn Georg Heide übernahm 2001 und führte das Festzelt bis 2012 mit seiner Frau Renate, 2013 stieß Tochter Daniela in vierter Generation hinzu.

Bekannt ist das 6.490 Plätze fassende Festzelt für seine zwei markanten Maibäume am Eingang, den Gay Sunday am ersten Wiesnsonntag und die Auftritte der zelteigenen Jodlerin „Bräurosl“.

Video: Brauerei-Chef Steinfatt über den Rückzug der Familie Heide

„Ihr gehört's zur Wiesn wie die Bavaria, wie das Riesenrad ...“, das sagt Andreas Steinfatt, Geschäftsführer von Paulaner und Hacker-Pschorr, über Familie Heide, mit der ihn eine langjährige Freundschaft verbindet.

Die Brauerei Hacker-Pschorr verliere einen langjährigen Partner: „Das bedeutet, dass wir uns darüber jetzt Gedanken machen und dann sicherlich in ein Auswahlverfahren gehen, um einen neuen Wirt für die Bräurosl zu finden.“

Warum er die Entscheidung der Heides dennoch respektiert und was er sich für die Zukunft wünscht, erzählt Steinfatt im Video der Paulaner-Brauerei:

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